Schock für die Gaming-Welt: Battlefield-Chef und Shooter-Legende Vince Zampella tödlich verunglückt
Es ist eine Nachricht, die wie eine Schockwelle durch die Industrie geht und Studios von Stockholm bis Los Angeles lähmt. Vince Zampella, der Mann, der Call of Duty modernisierte, Titanfall erschuf und zuletzt als Retter der Battlefield-Marke galt, ist im Alter von 55 Jahren verstorben. NBC Los Angeles berichtete zuerst über den tragischen Unfall am Angeles Crest Highway.
Kurz & Knapp
- Der Vorfall: Zampella verunglückte laut US-Medienberichten am Sonntag tödlich bei einem Autounfall in der Nähe von Los Angeles.
- Sein Erbe: Er gründete Infinity Ward (CoD 4: Modern Warfare) und Respawn Entertainment (Apex Legends, Titanfall, Jedi: Fallen Order).
- Seine Rolle: Seit der Umstrukturierung von DICE und EA leitete er als Head of Battlefield die komplette strategische Ausrichtung der Marke.
- Die Lücke: Sein Tod hinterlässt ein kreatives und führungstechnisches Vakuum in einer der kritischsten Phasen für Electronic Arts.
Ein Visionär, der das Genre definierte
Auch wenn du seinen Namen vielleicht nicht täglich gehört hast – du hast seine Spiele gespielt. Zampellas Karriere liest sich wie die Chronik des modernen First-Person-Shooters.
Als Mitgründer von Infinity Ward definierte er mit Call of Duty 4: Modern Warfare das Genre neu. Das "Perk-System", die kinoreife Inszenierung, das Gefühl der Waffen – das war seine Handschrift. Nach dem dramatischen Bruch mit Activision gründete er Respawn Entertainment und lieferte mit Titanfall 2 eine der besten Shooter-Kampagnen aller Zeiten ab, bevor er mit Apex Legends das Battle-Royale-Genre revolutionierte.
Zuletzt hatte EA ihm das vielleicht schwerste Erbe anvertraut: Die Rettung von Battlefield. Nach dem Stolperstart von 2042 sollte er die verstreuten Studios (DICE, Ripple Effect, Ridgeline) vereinen.
"Die letzte Hoffnung"
Die Nachricht trifft uns hart. Erst vor 48 Stunden veröffentlichten wir an dieser Stelle eine Analyse zu einem möglichen Bad Company 3. Darin zitierten wir Ex-DICE-Designer David Goldfarb mit den Worten:
„Ich vertraue Vince Zampella. Er weiß verdammt nochmal, was er tut. Wenn irgendjemand dieses Franchise wiederbeleben kann, dann er.“
Wir titelten, er sei die "letzte Hoffnung". Dass diese Zeilen nun wie ein unbeabsichtigter Nachruf wirken, ist tragisch. Es zeigt aber auch, welches Gewicht auf seinen Schultern lag und wie sehr sowohl Ex-Kollegen als auch Fans darauf vertrauten, dass er das Schiff wieder auf Kurs bringt.
Es mag pietätlos wirken, so kurz nach seinem Tod über Business zu sprechen, aber für die Teams bei DICE und Ripple Effect ändert sich heute alles. Zampella war bekannt dafür, der "Schutzschild" für seine Entwickler zu sein – jemand, der sich gegen unrealistische Deadlines der Konzernführung stellte, weil er wusste, dass Qualität Zeit braucht.
Die Devs unter uns wissen, wie wichtig ein solcher ‚Schutzschild‘ ist. Menschen, die den Spagat zwischen Entwicklung und Business meistern, ebnen den Weg für erfolgreiche Projekte.“
Mit seinem Wegfall entsteht ein Machtvakuum. Es ist unklar, wer bei EA das Charisma und die Autorität besitzt, diese Rolle auszufüllen. Für das laufende Battlefield 6 dürfte der Kurs gesetzt sein, aber die langfristige strategische Vision – inklusive möglicher Spin-offs oder der Weiterentwicklung des "Battlefield Universe" – steht nun hinter einem riesigen Fragezeichen.
Ein Verlust für uns alle
Egal ob man Team Call of Duty oder Team Battlefield ist: Vince Zampella hat unser Hobby besser gemacht. Er verstand, dass "Gunplay" mehr ist als Code – es ist ein Gefühl.
Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Freunden und den hunderten Mitarbeitern bei Respawn und den Battlefield-Studios, die heute ihren Mentor verloren haben.
Ruhe in Frieden, Vince.
GG.