Ubisoft-Beben: The Division-Mastermind Julian Gerighty verlässt das Studio für EA
Kurz & Knapp
- Prominenter Abgang: Executive Producer Julian Gerighty verlässt Massive Entertainment nach jahrelanger Führung der The Division-Marke.
- Neues Ziel: Gerighty wechselt zu Battlefield Studios, vermutlich um der Shooter-Reihe (Battlefield 6?) mehr narrative Tiefe zu verleihen.
- Bestandsgarantie: Ubisoft bestätigt explizit die Weiterentwicklung von The Division 3, Resurgence und dem neuen The Division 2: Survivors.
- Überraschendes Timing: Erst vor einer Woche bezeichnete Gerighty The Division 3 in einem Interview noch als "Monster-Projekt".
- Community-Reaktion: Trotz Beschwichtigungen dürfte der Wechsel für Unruhe unter den Fans sorgen.
Ein Abschied mit Signalwirkung
Es ist Freitagabend, der 16. Januar 2026, und die Nachricht trifft die Shooter-Community völlig unvorbereitet. Über die offiziellen Kanäle bestätigte Massive Entertainment, dass Julian Gerighty (X) seinen Posten räumt. Er war nicht nur irgendein Produzent; Gerighty war das Gesicht der Marke, derjenige, der die Vision einer post-pandemischen Welt zusammenhielt.
Besonders brisant ist das Ziel seiner Reise: Battlefield Studios.
"Julian, dein Vermächtnis ist Teil dieses Studios und denke daran: Einmal ein Agent, immer ein Agent."
— Massive Entertainment Statement
Dieser Wechsel ist nicht nur ein normaler Karriereschritt. Es ist ein Transfer von strategischer Tragweite. Dass EA sich einen Experten für Environmental Storytelling und "Live-Service-Welten" wie Gerighty schnappt, lässt tief blicken. Battlefield kämpft seit Jahren mit seiner Identität – Gerighty könnte der Architekt sein, der dem Chaos wieder Struktur verleiht.
Das Timing wirft Fragen auf
Warum jetzt? Wer die Branche beobachtet, runzelt hier die Stirn. Erst vor wenigen Monaten musste Massive Gerüchte über einen Abgang dementieren. Und noch kurioser: Vor exakt einer Woche, während des New Game+ Showcase, saß Gerighty noch vor der Kamera und sprach mit leuchtenden Augen über die Zukunft.
Er nannte The Division 3 ein "Monster" und prophezeite, es werde einen "ähnlich gewaltigen Einschlag haben wie das erste The Division". Solche Aussagen trifft man normalerweise nicht, wenn man bereits mit einem Fuß aus der Tür ist – es sei denn, das Angebot von Battlefield Studios war so astronomisch, dass jede Loyalität zweitrangig wurde.
Oder, und das ist die pessimistischere Lesart: Die kreative Vorproduktion von Teil 3 ist abgeschlossen, und Gerighty sieht seine Mission als "World-Builder" als erfüllt an, bevor der reine Produktions-Grind beginnt.
Schadensbegrenzung: Die Zukunft der Division
Massive Entertainment ist sich der Außenwirkung dieses Abgangs schmerzlich bewusst. Das Statement liest sich nicht nur als Abschiedsgruß, sondern als defensive Brandmauer. Auffällig detailliert listet das Studio auf, woran "die Teams, die diese Welt mit Julian gebaut haben", weiterhin arbeiten.
Hierbei sticht ein Titel ins Auge, der bisher eher unter dem Radar flog: The Division 2: Survivors.
Die namentliche Nennung in einer Reihe mit dem Mobile-Ableger Resurgence und dem kommenden Schwergewicht The Division 3 deutet darauf hin, dass Ubisoft hier noch lange nicht den Stecker zieht. Es wirkt fast so, als wolle man rufen: "Keine Panik, das Schiff sinkt nicht, nur der Kapitän geht von Bord!"
Die Liste der bestätigten Projekte im Wortlaut:
- The Division 2 (laufender Support)
- The Division 2: Survivors (Expansion/Modus?)
- The Division Resurgence (Mobile)
- The Division 3 (Next-Gen Mainline)
Was EA mit Battlefield vorhaben könnte
Wir müssen über den Elefanten im Raum sprechen: Was will Battlefield Studios mit einem Open-World-RPG-Spezialisten? Die Battlefield-Serie hat ihre Wurzeln im klassischen Multiplayer-Gefecht, nicht im tiefgründigen World-Building, für das Gerighty bekannt ist (man denke auch an seine Arbeit bei The Crew oder Star Wars Outlaws).
Dies könnte der stärkste Hinweis darauf sein, dass das nächste Battlefield massiv in Richtung einer persistenten, narrativen Welt geht – vielleicht sogar mit Extraction-Shooter-Elementen, die The Division (insbesondere der Dark Zone) nicht unähnlich sind. EA kauft hier kein technisches Know-how ein, sondern Vision. Sie wollen Welten bauen, in denen Spieler Jahre verbringen, nicht nur Runden.
Und nun?
Wenn du Fan von The Division bist, darfst du erst einmal durchatmen, aber bleib wachsam. Ein Wechsel auf Executive-Level mitten in der Entwicklung von Teil 3 führt unweigerlich zu Reibungsverlusten. Visionen werden neu justiert, Entscheidungen hinterfragt. Dass das Kernteam an Bord bleibt, ist ein gutes Zeichen, aber die "Seele" eines Projekts hängt oft an wenigen Führungspersonen.
Auf der anderen Seite: Wenn du Battlefield liebst, ist das die vielleicht beste Nachricht seit Jahren. Gerighty versteht es, Atmosphäre zu schaffen – etwas, das den letzten Battlefield-Teilen oft steril abging.
Julian Gerighty selbst verabschiedet sich mit einer Anspielung auf das ikonische Gadget der Serie:
"Es ist Zeit für mich, meinen Go-Bag an den Nagel zu hängen (die Uhr behalte ich), während ich zu einem neuen großen Abenteuer aufbreche."
Die Uhr mag er behalten, aber die Zeit für The Division 3 läuft ab jetzt ohne ihn. Ob das "Monster", das er beschwor, auch ohne seinen Schöpfer zähmbar bleibt, werden die nächsten Monate zeigen müssen.