Battlefield 6 rasiert die Charts: EA meldet Rekord-Zahlen, doch der Profit-Drop gibt Rätsel auf
Geldregen dank Battlefield 6 – Aber wo versickern die Millionen?
Wenn du dir die nackten Zahlen des dritten Quartals 2026 ansiehst, könnte man meinen, bei Electronic Arts knallen die Korken im Sekundentakt. Mit über 3 Milliarden US-Dollar an Net Bookings – ein sattes Plus von 38 % – hat der Publisher alle Erwartungen pulverisiert. Der Hauptverantwortliche für diesen Geldregen trägt den Namen Battlefield 6. Der Shooter hat nicht nur alle Franchise-Rekorde in Sachen Spielerbindung gebrochen, sondern thronte 2025 auch unangefochten auf Platz 1 der US-Charts.
Doch beim Blick auf den Nettogewinn folgt die kalte Dusche: Dieser sackte von 293 Millionen auf gerade einmal 88 Millionen US-Dollar ab.
Kurz & Knapp
- Bookings-Rekord: Über 3 Milliarden USD Umsatz dank des massiven Erfolgs von Battlefield 6.
- Gewinn-Paradoxon: Der Nettogewinn stürzt um knapp 70 % ab, trotz Rekordverkäufen.
- Übernahme-Stille: Wegen des 55-Milliarden-Deals mit dem PIF gibt es keine Prognosen oder Earnings Calls mehr.
- Dauerbrenner: EA Sports FC und Apex Legends wachsen weiterhin im ein- bis zweistelligen Bereich.
- Regulierungs-Check: US-Behörden nehmen den Mega-Deal unter die Lupe, um den Arbeitsmarkt zu schützen.
Der BF6-Effekt: Wenn der Hype die Kassen füllt
Man muss kein Analyst sein, um zu erkennen, dass DICE mit Battlefield 6 endlich wieder den Nerv der Zeit getroffen hat. Nach den eher durchwachsenen Jahren rund um 2042 scheint die Rückkehr zu alten Tugenden Früchte zu tragen. EA spricht von "neuen Franchise-Engagement-Rekorden", was im Klartext bedeutet: Du und deine Squad-Kollegen verbringt mehr Zeit auf den virtuellen Schlachtfeldern als je zuvor.
Dass der Nettogewinn trotzdem so massiv eingebrochen ist, liegt vermutlich an der extrem kostspieligen Content-Maschinerie. Ein Spiel dieser Größenordnung zu launchen und gleichzeitig den Live-Service für Apex Legends und EA Sports FC (das übrigens beim Ultimate Team weiterhin kräftig abkassiert) am Laufen zu halten, frisst Unmengen an Budget. Dazu kommen die Vorbereitungen für den "Endboss" der Firmengeschichte: Die Privatisierung.
Funkstille im Management: Die 55-Milliarden-Dollar-Übernahme
Vielleicht hast du dich gewundert, warum es diesmal keine Fragerunde mit den EA-Bossen gab. Der Grund ist simpel, aber gewaltig: Ein Konsortium unter der Führung des saudi-arabischen Public Investment Fund (PIF) sowie Silver Lake und Affinity Partners will EA für schlappe 55 Milliarden Dollar schlucken. Da der Deal bis zum ersten Quartal 2027 unter Dach und Fach sein soll, hat EA den Vorhang für öffentliche Prognosen und Earnings Calls zugezogen.
Für uns bedeutet das vor allem eins: Weniger Transparenz. Wir erfahren nicht mehr aus erster Hand, wie viel Budget in neue Projekte fließt oder welche Marken EA eventuell auf das Abstellgleis schiebt.
Die US-Politik ist davon wenig begeistert. Die Federal Trade Commission (FTC) wurde bereits aufgefordert, den Deal "gründlichst" zu prüfen. Dabei geht es weniger um deine Spielzeit, sondern um die Machtkonzentration auf dem Arbeitsmarkt. Wenn ein Investor so viel Kontrolle übernimmt, fürchten Experten Entlassungswellen und stagnierende Löhne innerhalb der Studios.
Zwischen Rekordzahlen und Community-Frust
Trotz der finanziellen Jubelmeldungen ist die Stimmung nicht nur positiv. Ja, Battlefield 6 spielt sich hervorragend, doch der Fokus auf Mikrotransaktionen und die massive Monetarisierung in EA Sports FC hinterlassen einen faden Beigeschmack. EA meldet stolz, dass die Bookings für Apex Legends zweistellig gewachsen sind – ein direktes Resultat aus neuen Features und Events, die vor allem darauf abzielen, dein virtuelles Portemonnaie zu öffnen.
Die Frage, die über allem schwebt: Wird die neue Eigentümerstruktur dafür sorgen, dass DICE und Co. mehr kreative Freiheit bekommen, oder wird der Druck, die 55 Milliarden Dollar wieder reinzuspielen, den Live-Service-Wahn nur noch weiter befeuern? Dass EA keine Prognosen mehr abgibt, lässt Raum für Spekulationen – und die sind in der Community selten optimistisch.
Quelle: gamesindustry.biz