Call of Duty Black Ops 7: Activision erklärt Cronus Zen und XIM Matrix mit Season 2 den Krieg – So funktioniert das neue Anti-Cheat-System
Ranked Play startet mit den schärfsten Anti-Cheat-Maßnahmen der CoD-Geschichte
Activision hat mit dem Launch von Black Ops 7 Season 2 eine klare Botschaft an die Cheater-Szene gesendet: Hardware-Cheating-Geräte wie Cronus Zen und XIM Matrix werden nicht länger toleriert.
Das RICOCHET Anti-Cheat-Team führt eine neue Generation von Erkennungssystemen ein, die speziell auf den Start des Ranked Play-Modus zugeschnitten sind.
Kurz & Knapp
- Neue Input-Verhaltensanalyse: RICOCHET erkennt Cronus Zen und XIM Matrix nicht am Gerät selbst, sondern am unnatürlichen Eingabeverhalten
- Cloud-basierte Attestation: Microsoft Azure verifiziert PC-Integrität vor Match-Start – Cheater werden bereits vor der Lobby aussortiert
- TPM 2.0 und Secure Boot Pflicht: Beide Sicherheitsfeatures sind für Ranked Play auf dem PC zwingend erforderlich
- Keine Einmal-Lösung: Activision kündigt kontinuierliche Weiterentwicklung an, bis diese Geräte vollständig unbrauchbar sind
- 50 Siege erforderlich: Ranked Play freischaltet erst nach 50 Multiplayer-Siegen
Die Problematik hinter Cronus Zen und XIM Matrix
Cronus Zen und XIM Matrix gehören zu den meistdiskutierten Problemquellen in der kompetitiven CoD- und Battlefield-Szene. Anders als klassische Software-Cheats wie Aimbots agieren diese Hardware-Adapter als Zwischenstation zwischen Controller und Konsole oder PC. Sie emulieren einen regulären Controller so täuschend echt, dass das Spiel keinen Unterschied erkennt.
Die Geräte ermöglichen das Ausführen von Skripten, die menschlich unmögliche Präzision simulieren. Recoil-Eliminierung, perfekte Aim-Tracking-Muster und maschinelle Input-Konsistenz – all das verschafft Nutzern einen unfairen Vorteil gegenüber ehrlichen Spielern. Besonders perfide: Auf Konsolen können diese Geräte den Controller-Aim-Assist beibehalten, während gleichzeitig Maus und Tastatur zum Einsatz kommen.
Activision formuliert im offiziellen Blog unmissverständlich:
„Diese Geräte sind in Call of Duty nicht erlaubt. Sie sind Cheat-Werkzeuge, auch wenn sie sich als Barrierefreiheits-Geräte tarnen."
Verhaltensbasierte Erkennung statt Hardware-Signaturen
Der technische Ansatz hinter den neuen RICOCHET-Detektionen verdient besondere Aufmerksamkeit. Statt nach spezifischen Hardware-Signaturen zu suchen, analysiert das System das Eingabeverhalten selbst. Timing, Konsistenz und Reaktionsmuster werden ausgewertet, um natürliches menschliches Spielen von maschinell modifizierten Inputs zu unterscheiden.
Warum dieser Ansatz? Geräte wie Cronus Zen sind hochgradig konfigurierbar. Es existiert keine einzelne Signatur, die blockiert werden könnte. Die Hersteller passen ihre Software kontinuierlich an, um Erkennungsmethoden zu umgehen. Activision begegnet diesem Katz-und-Maus-Spiel mit einem fundamentalen Paradigmenwechsel.
Das Anti-Cheat-System erkennt nun:
- Recoil-Kontrolle, die physisch unmöglich durch einen Standard-Controller zu erreichen wäre
- Aim-Verhalten, das maschinelle Präzision statt menschlicher Varianz zeigt
- Input-Präzision, die jenseits dessen liegt, was Maus oder Controller physisch leisten können
Microsoft Azure Attestation: Die Cloud als Türsteher
Für den Ranked Play-Modus führt Activision eine zusätzliche Sicherheitsebene ein, die in der Gaming-Branche neue Maßstäbe setzt. Die Remote-Attestation über Microsoft Azure verifiziert die PC-Integrität, bevor ein Match überhaupt beginnt. Manipulierte Systeme werden bereits vor dem Matchmaking-Prozess ausgesperrt.
Diese Cloud-basierte Verifizierung baut auf den bestehenden TPM 2.0 und Secure Boot-Anforderungen auf, die Activision bereits in Season 5 (August 2025) eingeführt hatte. Der entscheidende Unterschied zu lokalen Überprüfungen: Eine Verifizierung auf dem eigenen PC kann von Cheat-Software ausgetrickst werden. Die Azure-Attestation hingegen vergleicht kryptografisch signierte Boot-Messungen mit einer vertrauenswürdigen Baseline auf Microsoft-Servern.
TPM 2.0 (Trusted Platform Module) speichert dabei kryptografische Schlüssel und protokolliert den Boot-Vorgang. Secure Boot stellt sicher, dass nur vertrauenswürdige Software während des Systemstarts geladen wird. Zusammen bilden sie ein Hardware-verankertes Vertrauenssystem, das deutlich schwerer zu umgehen ist als reine Software-Lösungen.
Was Spieler für Ranked Play wissen müssen
Die gute Nachricht: Die Mehrheit der PC-Spieler muss keine Einstellungen ändern. Windows 11-Nutzer haben TPM 2.0 und Secure Boot in der Regel bereits aktiviert, da diese Features für das Betriebssystem ohnehin erforderlich sind. Activision stellt zudem einen Secure Attestation Wizard bereit, mit dem Spieler ihre Systemkompatibilität vorab überprüfen können.
Für den Zugang zum Ranked Play gelten folgende Voraussetzungen:
- 50 Siege in regulären Multiplayer-Matches (Party Games und LTMs zählen nicht)
- TPM 2.0 aktiviert (überprüfbar via Windows-Taste + R → tpm.msc)
- Secure Boot aktiviert (überprüfbar via msinfo32)
Nach dem Erfüllen dieser Bedingungen starten Spieler mit drei Platzierungsspielen, die das initiale Skill Rating (SR) und die Startdivision bestimmen. Der Modus folgt den CDL-Regeln (Call of Duty League), was bedeutet: Nur Sturmgewehre, SMGs, Pistolen und Nahkampfwaffen sind erlaubt. Sniper dürfen ausschließlich in Search & Destroy verwendet werden.
Ranked Play in Warzone: Resurgence bekommt eigene Liga
Neben dem Multiplayer-Ranked startet Season 2 auch Ranked Play: Resurgence für Warzone. Der Modus läuft als Trio auf Haven's Hollow und unterliegt einem CDL-inspirierten Regelset. Nur Black Ops 7-Waffen sind zugelassen, bestimmte Aufsätze, Ausrüstungsgegenstände und Perk-Kategorien bleiben eingeschränkt.
Die Belohnungsstruktur umfasst sowohl Karriere-Rewards als auch saisonale Cosmetics. Rang-Skins, animierte Camos, Blueprints und Calling Cards spiegeln den erreichten Rang wider und verschwinden nach Saisonende aus dem Loot-Pool. Wer alle Season 2-exklusiven Items sammeln möchte, sollte die kommenden Wochen nutzen.
Die Herausforderung bleibt bestehen
Activision betont ausdrücklich, dass es sich bei den neuen Maßnahmen nicht um eine einmalige Lösung handelt. Das RICOCHET-Team plant, die Erkennungssysteme kontinuierlich weiterzuentwickeln, bis Input-Modifikations-Geräte in Call of Duty keinen Vorteil mehr bieten.
„Diese Systeme sind darauf ausgelegt, sich zu entwickeln, anzupassen und zu erweitern, bis Input-Modifikations-Geräte in Call of Duty keinen Vorteil mehr verschaffen."
Die Black Ops 7-Beta im Oktober 2025 bewies bereits: Jede neue Anti-Cheat-Maßnahme lockt Cheater an, die nach Umgehungsmöglichkeiten suchen. Dieses ewige Wettrüsten zwischen Entwicklern und der Cheat-Szene wird auch mit Season 2 nicht enden. Doch die Kombination aus verhaltensbasierter Erkennung, Hardware-verankertem Vertrauen und Cloud-Attestation stellt die bisher höchste Hürde dar, die Activision je aufgebaut hat.
Relevante Details zu Season 2 auf einen Blick
Season 2 startet am 5. Februar 2026 um 18:00 Uhr MEZ. Der Download wird für alle Plattformen ab dem 3. Februar verfügbar sein, wobei Battle.net den Anfang macht. Mit dem Saisonwechsel endet auch der Season 1-Battle Pass – alle nicht eingelösten Rewards verfallen.
Neben Ranked Play bringt Season 2 vier neue Multiplayer-Maps, darunter das aus Black Ops 2 bekannte Slums sowie die originalen Karten Torment, Sake und Nexus. Sieben neue Waffen erweitern das Arsenal, mit der EGRT-17 (Sturmgewehr), REV-46 (SMG) und H311-SAW (Nahkampf) im Battle Pass.
Quelle: CoD Blog