Battlefield 6: EA entlässt Mitarbeiter bei allen vier Studios – trotz Rekordverkäufen und bestem Franchise-Launch aller Zeiten
Battlefield 6: EA entlässt Mitarbeiter bei allen vier Studios – trotz Rekordverkäufen und bestem Franchise-Launch aller Zeiten
Der grösste Launch in der Geschichte von Battlefield. Sieben Millionen verkaufte Kopien in drei Tagen. Meistverkauftes Spiel 2025 in den USA. Geschätzte 20 Millionen Verkäufe insgesamt, 26 Millionen Spieler inklusive REDSEC. Und trotzdem: EA entlässt Mitarbeiter bei allen vier Studios, die an Battlefield 6 arbeiten.
Kurz & Knapp
- Betroffene Studios: DICE, Criterion, Ripple Effect und Motive – alle vier Battlefield Studios
- Anzahl: Nicht bekannt, EA nennt keine Zahlen
- EA-Statement: "Realignment" zur besseren Ausrichtung auf Community-Bedürfnisse
- Kontext: Spielerzahlen seit Launch um ~90% gefallen, Steam-Reviews von "Mostly Positive" auf "Mixed"
- Hintergrund: 99% der EA-Aktionäre haben dem 55-Milliarden-Dollar-Verkauf zugestimmt – Saudi-Arabien übernimmt die Kontrolle
Die bittere Ironie
Wie IGN zuerst berichtete, hat EA eine unbekannte Anzahl von Mitarbeitern entlassen. Betroffen sind alle vier Studios unter dem Dach von "Battlefield Studios": DICE in Stockholm, Criterion in Guildford, Ripple Effect in Los Angeles und Motive in Montreal. Die Studios bleiben operativ – aber mit weniger Personal.
EA's offizielles Statement klingt wie aus dem PR-Handbuch für schlechte Nachrichten:
"We've made select changes within our Battlefield organization to better align our teams around what matters most to our community. Battlefield remains one of our biggest priorities, and we're continuing to invest in the franchise, guided by player feedback and insights from Battlefield Labs."
"Realignment." "Better align." "Select changes." Die Sprache ist weich, die Konsequenzen sind es nicht. Und EA betont ausdrücklich: Die Entlassungen hätten nichts mit der Übernahme zu tun.
Die 55-Milliarden-Dollar-Realität
Der Zeitpunkt lässt sich nicht ignorieren. Im Dezember 2025 haben 99% der EA-Aktionäre dem Verkauf an das saudi-arabische Konsortium zugestimmt. Der grösste "Take-Private"-Deal der Gaming-Geschichte ist besiegelt – nur der finale Abschluss im ersten Halbjahr 2026 steht noch aus.
Die Machtverhältnisse sind eindeutig: Saudi-Arabiens Public Investment Fund (PIF) wird nach Abschluss 93,4% der Anteile an EA halten. Da der PIF zudem Grossinvestor bei den Partnern Silver Lake und Affinity Partners ist, kontrolliert das Königreich EA künftig faktisch im Alleingang.
| Finanzierung | Betrag |
|---|---|
| Eigenkapital der Investoren | 36 Mrd. Dollar |
| Fremdkapital (Schulden) | 20 Mrd. Dollar |
| Gesamtpreis | 55 Mrd. Dollar |
Diese 20 Milliarden Dollar Schulden werden auf EA's Bilanz übertragen. Das Unternehmen muss künftig gewaltige Zinsen bedienen. Um diese zu decken, könnte das Management gezwungen sein, "nicht-profitable" Firmenteile abzustossen oder Stellen abzubauen.
Die Entlassungen bei Battlefield Studios? Sie passen ins Muster – auch wenn EA behauptet, es gäbe keinen Zusammenhang.
Die Zahlen erzählen zwei Geschichten
Im Oktober 2025 feierte EA den "biggest launch in franchise history." Der Q3-Finanzbericht für FY26 wies über 1,9 Milliarden Dollar Umsatz aus. Battlefield 6 wurde als "best-selling shooter title of 2025" gefeiert.
Aber dann kam die Realität des Live-Service.
Die Spielerzahlen auf Steam fielen von 747.000 auf 61.000 – ein Rückgang von fast 90%. Season 2 brachte einen kurzen Boost auf 98.000, der innerhalb von 24 Stunden wieder verpuffte. Die Steam-Reviews rutschten von "Mostly Positive" auf "Mixed". Die Community kritisiert Monetarisierung, Map-Design und fehlende Features wie Server Browser und persistente Server.
| Kennzahl | Launch (Okt. 2025) | Heute (März 2026) |
|---|---|---|
| Steam Peak | 747.440 | ~63.000 |
| Steam Reviews | Mostly Positive | Mixed |
| Verkäufe | 7 Mio. (3 Tage) | ~20 Mio. (geschätzt) |
| Spieler gesamt | – | ~26 Mio. (inkl. REDSEC F2P) |
Die Entwickler haben geliefert. Die Spieler haben gekauft. Und trotzdem reicht es nicht.
Das Team kämpft – und wird trotzdem kleiner
Das Timing ist besonders bitter. Gerade erst hat DICE einen umfassenden Tech-Deep-Dive zu Hit Registration, Netcode und Audio veröffentlicht. Producer Phil Girette versprach pünktlichere Seasons. Das Team arbeitet an Battlefield Labs, testet gerade BR Solos, plant Nightfall und die Fort Lyndon Untergrund-Erweiterung.
Die Entwickler tun, was die Community fordert. Sie kommunizieren transparenter. Sie liefern Updates. Und als Dank werden ihre Kollegen entlassen.
Kein Einzelfall – die Industrie blutet
Battlefield ist nicht das einzige EA-Franchise, das betroffen ist. Full Circle, das Studio hinter skate., kündigte im Februar ebenfalls Entlassungen und "Restrukturierung" an.
Die gesamte Gaming-Industrie erlebt eine brutale Korrektur:
- Ubisoft: 200 geplante Stellenstreichungen in Paris
- Microsoft Gaming: Tausende Jobs gestrichen
- EA: Battlefield Studios jetzt auch betroffen
Die Botschaft ist klar: Selbst Rekordverkäufe garantieren keine Job-Sicherheit mehr. Der Erfolg eines Spiels wird nicht am Launch gemessen, sondern an den Quartalszahlen danach – und an den Erwartungen von Investoren, die 55 Milliarden Dollar auf den Tisch gelegt haben.
Was das für Battlefield 6 bedeutet
EA verspricht, dass alle vier Studios "operational" bleiben und Season 2 wie geplant weitergeführt wird. Battlefield Labs soll weiterlaufen, Community-Feedback soll weiterhin einfliessen.
Aber weniger Personal bedeutet weniger Kapazität. Weniger Kapazität bedeutet langsamere Updates. Langsamere Updates bedeuten frustriertere Spieler.
Sobald der Deal im ersten Halbjahr 2026 final abgeschlossen ist, übernimmt Saudi-Arabiens PIF mit 93,4% die Kontrolle. Das Konsortium setzt laut Berichten auf KI-gestützte Kostensenkung – KI soll Assets erstellen, Code testen und Entwicklungskosten drücken, um die 20 Milliarden Dollar Schulden zu tilgen.
Die Zukunft der kreativen Freiheit bei den Battlefield-Studios? Sie hängt davon ab, wie profitabel das Spiel die Kosten seiner eigenen Übernahme einspielen kann.
Was denkst du: Kann ein Team, das gerade verkleinert wird, das Vertrauen der Community zurückgewinnen – oder erleben wir den Anfang vom Ende?
Quelle: IGN