Der Treiber, der eigentlich schon längst draussen sein sollte
NVIDIA hatte für den Launch von Capcom's Resident Evil Requiem alles vorbereitet: Day-One-Treiber 595.59 WHQL, direkt aus dem Oven, voller Optimierungen für DLSS 4 und Path Tracing. Dann wurde der Treiber innerhalb weniger Stunden wieder vom Netz genommen. Der Grund war kein kleines Grafikflackern, sondern ein Bug, der GPU-Lüfter schlicht nicht erkennen liess – in einzelnen Fällen drehte der Kühler nach dem Treiberupdate gar nicht mehr. Wer mit Path Tracing und DLSS 4 Multi Frame Generation in Resident Evil spielte, tat das damit potenziell an der Heizgrenze.
Jetzt ist 595.71 da – und bringt mit, was 595.59 hätte liefern sollen. Nur dass sich die Community inzwischen bereits wieder über neue, unerwartete Seiteneffekte unterhält.
Kurz & Knapp
- Game Ready für Resident Evil Requiem: Path Tracing, DLSS 4 mit Multi Frame Generation, DLSS Ray Reconstruction (RTX-50-Serie)
- Game Ready für Marathon: DLSS Super Resolution, NVIDIA DLAA und NVIDIA Reflex
- Lüfter-Bug behoben: Fan-Steuerung und Hardware-Monitoring (HWINFO) funktionieren wieder korrekt
- Voltage-Cap: Mehrere RTX-40- und RTX-50-Karten zeigen im OC-Betrieb nach dem Update reduzierte Spannungen und niedrigere Boosttaktraten – nicht dokumentiert
- Hotfix 595.76 wurde inzwischen ausgerollt, um die Spannungsbegrenzung zu korrigieren
Was 595.71 mitbringt
Die Haupt-Begründung für diesen Release ist Resident Evil Requiem, und das liefert die technisch wohl vollständigste NVIDIA-Unterstützung seit Jahren. Wer eine RTX-Karte hat, bekommt Path Tracing mit DLSS Ray Reconstruction – das bedeutet realistisches Licht, multiple Schatten aus verschiedenen Quellen und korrekte Reflexionen in Glasoberflächen. RTX-50-User können on top noch DLSS 4 mit Multi Frame Generation aktivieren. Das ist die Technik, die aus einem generierten Frame vier macht und damit Frameraten in Regionen treibt, die sich vor zwei Jahren noch nach Marketingfolien angehört hätten.
Marathon erhält mit dem Treiber offiziell DLSS Super Resolution und NVIDIA Reflex. Wer DLAA dem Upscaling vorzieht, kann zwischen beiden wählen. Reflex ist in einem PvP-Extraction-Shooter wie Marathon kein Komfort-Feature, sondern direkt spielrelevant: Weniger Input-Lag bedeutet schnellere Reaktion auf feindliche Kontakte.
Game Fixes: Was nebenbei repariert wurde
Neben den neuen Game Profiles stopft 595.71 einige Game-Bugs, die bei RTX-50-Karten hartnäckig geblieben waren:
| Spiel | Problem | Status |
|---|---|---|
| The Ascent | Schwarzer Balken oben auf dem Bildschirm (RTX 50) | Gefixt |
| Total War: THREE KINGDOMS | Grüne Artefakte (RTX 50) | Gefixt |
| FINAL FANTASY XII The Zodiac Age | Fatal Error nach Treiberupdate | Gefixt |
| Call of Duty: Modern Warfare (2019) | Bildkorruption nach Treiberupdate | Gefixt |
| Quantum Break | Massive Performance-Einbrüche in Akt 4 Teil 1 | Gefixt |
Ausserdem sind die allgemeinen Bugs behoben, die aus der 595.59-Katastrophe stammten: HW-Monitoring-Tools erkennen alle GPU-Lüfter wieder, und Lüfter bleiben nach dem Update nicht mehr stehen. Blackmagic-Design-Nutzer, die AV1-Decode mit mehreren OBUs pro Packet betreiben, verlieren keine Verbindungen mehr.
Der nicht dokumentierte Voltage-Cap: Das ungebetene Bonus-Feature
Hier wird es interessant – und für einen Teil der Community ärgerlich. Kurz nach dem Release von 595.71 meldeten sich Nutzer, deren RTX-50-Karten im OC-Betrieb plötzlich unter ihren gewohnten Boost-Taktraten lagen. Der YouTube-Kanal Bang4BuckPC Gamer demonstrierte das Problem an einer Asus TUF Gaming RTX 5090: Der Karte fehlten nach dem Update rund 65 mV Spannungsspielraum, die maximale OC-Taktrate sank von zuvor ~3.165 MHz auf unter 3.000 MHz.
Unabhängige Tests mit der MSI GeForce RTX 5090 Suprim X bestätigten den Befund: Mit Treiber 591.86 liefen identische Übertaktungseinstellungen bei 1,020 bis 1,030 V und 3.015 bis 3.030 MHz. Mit 595.71 blieben die Spannungen bei 1,005 bis 1,010 V – Taktrate: unter 3.000 MHz.
Alter Treiber (591.86, OC +200 MHz): 1,020 – 1,030 V | 3.015 – 3.030 MHz
Neuer Treiber (595.71, OC +200 MHz): 1,005 – 1,010 V | < 3.000 MHzNicht alle Karten scheinen betroffen – mehrere Nutzer mit Gigabyte Aorus Master RTX 5090 und PNY Epic OC-Varianten meldeten keinerlei Einschränkungen. Ob das ein Bug ist oder eine still eingeführte Schutzfunktion, liess NVIDIA offen. Naheliegend wäre ein Zusammenhang mit dem Thema der schmelzenden 16-Pin-Stecker, das die RTX-50-Serie seit Monaten verfolgt: Eine Spannungsbegrenzung würde die thermische Last am Anschluss reduzieren.
Für Standard-Spieler ohne manuelle Übertaktung ändert sich in der Praxis wenig. Wer aber seit Monaten ein sauber eingemessenes OC-Profil auf seiner RTX 5090 oder 5080 betrieben hat, wird nach dem Update merken, dass die Karte nicht mehr dorthin hochläuft.
Hotfix 595.76 behebt die Spannungslimitierung
NVIDIA hat auf die Community-Meldungen reagiert und bereits Hotfix-Treiber 595.76 ausgerollt, der auf 595.71 basiert und explizit die Spannungs- und OC-Probleme adressiert. Wer aktiv übertaktet und 595.71 installiert hat, sollte auf 595.76 wechseln. Wie immer empfiehlt sich ein Clean Install via DDU im abgesicherten Modus, wenn ihr von einem älteren Versions-Branch kommt – das hatten wir bereits bei unserem Guide zu Treiber 591.74 beschrieben.
Performance-Fragen bei Resident Evil Requiem bleiben
Abseits des Voltage-Themas gibt es weiterhin Berichte aus der Community, dass die Spielperformance in Resident Evil Requiem unter 595.71 hinter älteren Treibern zurückbleibt. Ein RTX-4080-Super-Nutzer berichtete von rund 19 FPS Verlust – von 110 auf 91 FPS im Vergleich zu 576.88 – kombiniert mit sinkender GPU-Power-Draw (von ~310 W auf 260–270 W). RTX-4090-User meldeten in Einzelfällen Abstürze beim DLSS-Aktivieren, die mit dem Rollback auf ältere Treiber verschwanden. Das passt ins Bild: Die Spannungsbegrenzung zieht nicht nur OC-Headroom ab, sondern senkt in manchen Szenarien auch die Leistungsaufnahme im Stock-Betrieb.
Wer auf seine Performance im aktuellen Treiber unsicher ist, kann den direkten Vergleich mit dem NVIDIA-Treiber 591.74 oder dem Treiber 591.59 ziehen – beide sind weiterhin im NVIDIA-App-Archiv verfügbar.
Quellen: NVIDIA Game Ready Driver 595.71 – nvidia.com · Resident Evil Requiem GeForce Game Ready Driver – nvidia.com/en-us/geforce/news
Habt ihr 595.71 bereits installiert – und wie verhält sich eure Karte? Stock-Nutzer berichten von nichts, Overclocker schiessen zurück? Schreibt es in die Kommentare.