Die letzten Spuren werden getilgt
Eine Woche nachdem Highguard seine Server abschaltete, verschwinden nun auch die letzten digitalen Überreste von Wildlight Entertainment. Die Website zeigt einen 404-Fehler, die LinkedIn-Seite existiert nicht mehr, und Studio-Chef Chad Grenier hat sein Profil aktualisiert: Seine Zeit bei Wildlight endete "diesen Monat".
Kurz & Knapp
- Wildlight Entertainments Website zeigt nur noch "404 Page Not Found"
- Die LinkedIn-Seite des Studios wurde komplett entfernt
- Chad Greniers LinkedIn zeigt: Arbeit bei Wildlight endete im März 2026
- Grenier spricht von "Lektionen, die mich den Rest meiner Karriere begleiten werden"
- Eine offizielle Bestätigung der Schließung steht noch aus – aber die Zeichen sind eindeutig
Stille Auflösung
Es gibt keine Pressemitteilung, kein offizielles Statement, keine Abschiedsworte an die Community. Wildlight Entertainment verschwindet einfach – leise, fast unbemerkt. Wer die Website aufruft, sieht einen 404-Fehler. Wer das Studio auf LinkedIn sucht, bekommt "Diese LinkedIn-Seite ist nicht verfügbar".
Die Website war bereits im Februar offline gegangen, als ein Entwickler im Discord erklärte, der "Reputational damage" sei bereits angerichtet. Damals hieß es, die Seite müsse "transferiert und vereinfacht" werden. Jetzt ist klar: Es gibt nichts mehr zu transferieren.
Chad Grenier: "Lessons that will stay with me"
Der deutlichste Hinweis kommt vom Studio-Chef selbst. Chad Greniers LinkedIn-Profil zeigt, dass seine Arbeit bei Wildlight Entertainment im März 2026 endete. In einem Statement, das verschiedenen Outlets vorliegt, klingt er wie jemand, der abgeschlossen hat:
"While this outcome isn't the one we hoped for, I leave this experience with a tremendous number of lessons that will stay with me for the rest of my career. And despite everything, I'm incredibly proud of the team and what we built together."
Das klingt nicht nach jemandem, der auf der Suche nach neuen Investoren ist. Das klingt nach einem Schlussstrich.
Die Timeline eines Studios
Wildlight Entertainment existierte gerade einmal drei Jahre:
- 2023: Gründung durch Ex-Respawn-Veteranen, "fully funded" durch Tencent-Tochter TiMi
- Dezember 2025: Game-Awards-Reveal von Highguard – Trailer erntet Spott
- 26. Januar 2026: Launch mit 97.000 Spielern
- 11. Februar 2026: Studio ist pleite, Massenentlassungen
- 4. März 2026: Shutdown-Ankündigung
- 12. März 2026: Server gehen offline
- März 2026: Studio verschwindet aus dem Internet
Von der Gründung bis zur Auflösung – drei Jahre. Vom Launch bis zum Tod – 45 Tage. Vom Tod bis zur vollständigen Auslöschung – eine Woche.
Was bleibt
Lead Designer Alex Graner hatte in einem früheren Statement eingeräumt, dass Highguard "zu weit" in Richtung High-Level-Competitive-Gameplay ging. Das Spiel war ein seltsamer Mix aus Hero-Shooter, Battle-Royale und – ja, wirklich – Rhythmus-Spiel-Elementen beim Mining. Ein "Raid-Shooter", der nie ganz wusste, was er sein wollte.
Das finale Update mit Skill Trees und Account-Progression zeigte, was das Spiel hätte sein können – kam aber eine Woche vor dem Ende. Raid Rush war tatsächlich eine massive Verbesserung, die das Tempo-Problem adressierte. Aber da war es bereits zu spät.
Die Veteranen von Respawn, die dachten, sie könnten Apex Legends einfach wiederholen, sind nun Teil der wachsenden Liste von Studios, die der Live-Service-Traum verschlungen hat. Neben Concord, neben dem Painkiller-Reboot, neben all den anderen Projekten, die dachten, vergangener Erfolg garantiere zukünftigen Erfolg.
Noch eine Zahl für die Statistik
Wildlight Entertainment war kein kleines Indie-Studio – trotz der Selbstdarstellung. Über 100 Mitarbeiter, Tencent-Backing, Veteranen aus der AAA-Industrie. Und trotzdem: nur eine weitere Zahl in der Statistik der gescheiterten Live-Service-Versuche.
Die Entwickler, die ihre Jobs verloren haben, werden hoffentlich schnell neue Stellen finden. Die Gaming-Industrie braucht Talente – auch wenn die Projekte, an denen sie arbeiten, manchmal sterben.
RIP Wildlight Entertainment. 2023-2026.
Quellen
- mp1st
- BFcom – Highguard Artikel-Archiv