Das letzte Kapitel: Geld zurück
Die Highguard-Saga findet kein Ende. Nachdem das Spiel am 12. März die Server abschaltete und das Studio offenbar dichtgemacht hat, berichten PS5-Spieler nun von unerwarteten Rückerstattungen. Sony schickt das Geld für Mikrotransaktionen zurück – ob man will oder nicht.
Kurz & Knapp
- PS5-Spieler erhalten automatische Refunds für Highguard-Mikrotransaktionen
- Einige Spieler wollten gar keine Erstattung – sie hatten bewusst gezahlt, um die Entwickler zu unterstützen
- Ob Xbox- und PC-Spieler ebenfalls Geld zurückbekommen, ist unklar
- GameSpot erhielt keine Antwort von Wildlight auf Nachfragen zur Refund-Situation
- Highguard war insgesamt 45 Tage online
"Ich wollte gar kein Refund"
Auf Reddit häufen sich die Berichte von PS5-Spielern, die plötzlich Gutschriften auf ihrem Konto entdecken. Das Kuriose: Nicht alle sind begeistert.
"I honestly didn't care for a refund", schreibt ein Nutzer.
Einige hatten bewusst Geld für Cosmetics ausgegeben – nicht weil sie die Items unbedingt brauchten, sondern weil sie Highguard mochten und das Entwicklerteam unterstützen wollten. Jetzt bekommen sie das Geld zurück, obwohl das Spiel, das sie retten wollten, längst tot ist.
Sony-Policy oder Wildlight-Entscheidung?
Die Theorie in der Community: Sony könnte eine Policy haben, die Refunds bei abgeschalteten Live-Service-Spielen vorschreibt – zumindest unter bestimmten Bedingungen. Ob das stimmt, ist unklar. Sony hat sich nicht geäußert, und Wildlight... naja.
GameSpot hatte bereits bei der Shutdown-Ankündigung nach der Refund-Situation gefragt. Antwort? Keine. Das passt ins Bild: Das Studio ist faktisch nicht mehr existent. Website offline, LinkedIn gelöscht, niemand mehr da, der E-Mails beantworten könnte.
Ob Xbox- und PC-Spieler ebenfalls Erstattungen erhalten, bleibt offen. Microsoft und Valve haben sich bisher nicht geäußert.
45 Tage – die bittere Bilanz
Mit den Refunds schließt sich der Kreis einer der spektakulärsten Bruchlandungen der jüngeren Gaming-Geschichte:
- Dezember 2025: Game-Awards-Trailer wird zur Lachnummer
- 26. Januar 2026: Launch mit 97.000 Spielern
- 11. Februar 2026: Studio bankrott, Massenentlassungen
- 4. März 2026: Shutdown angekündigt
- 12. März 2026: Server offline
- 17. März 2026: Studio verschwindet aus dem Internet
- 18. März 2026: Refunds werden ausgezahlt
45 Tage vom Launch bis zum Tod. Und jetzt bekommen die Leute ihr Geld zurück für ein Spiel, das sie nicht mehr spielen können, von einem Studio, das nicht mehr existiert.
Die Theorien, warum es scheiterte
Der GameSpot-Artikel fasst noch einmal zusammen, was in den letzten Wochen ans Licht kam:
- Josh Sobel gab dem negativen Online-Diskurs eine Mitschuld – aber nicht die Hauptschuld
- Ein anderer Dev sagte, das Spiel war zu "sweaty" für Casuals
- Bloomberg berichtete von "Hubris" – der Glaube, Apex Legends einfach wiederholen zu können
- Tencent zog nach dem Launch die Finanzierung zurück
Studio-Chef Chad Grenier brachte es am Ende auf den Punkt: "Not enough revenue to keep anyone employed to work on it, unfortunately."
Das war's dann
Mit den Refunds endet vermutlich das letzte Kapitel der Highguard-Geschichte. Das Geld fließt zurück, die Server sind dunkel, das Studio existiert nicht mehr, und die Entwickler suchen neue Jobs.
Für die Spieler, die Highguard tatsächlich mochten und es mit ihren Käufen am Leben halten wollten, ist das Refund eine seltsame Ironie. Sie wollten helfen – und bekommen jetzt die Quittung, dass ihre Hilfe nicht gereicht hat.
F.