Zwischen High-Tech und Low-Life: Die staubige Dystopie von Paradark
Was passiert, wenn man die Cyberpunk-Thematik aus den neonbeleuchteten Schluchten von Night City reißt und in ein postapokalyptisches 70er-Jahre-Szenario verpflanzt? ExeKiller gibt darauf eine visuell beeindruckende Antwort.
In der Rolle des Kopfgeldjägers Denzel Fenix navigierst du durch eine Welt, in der analoge Technik und digitale Implantate aufeinanderprallen, während die Menschheit unter der Herrschaft gieriger Konzerne wie Helion im Wüstensand verkommt.
Kurz & Knapp
- Setting: Einzigartiger Mix aus dystopischem Wilden Westen und 70er-Jahre-Retro-Futurismus.
- Kern-Mechanik: Systemic-Shooter mit Fokus auf Entscheidungsfreiheit und multiplen Lösungswegen.
- Progression: Verzicht auf klassische XP; Charakterentwicklung erfolgt rein über Hardware-Mods und Augmentierungen.
- Fahrzeug-Fokus: Der "Appaloosa" dient als mobile Operationsbasis und Fortbewegungsmittel im semi-offenen Hub.
- Narrative: Ein dynamisches Dialogsystem ermöglicht Interaktionen ohne Unterbrechung des Gameplays.
- Status: Aktuelle Gameplay-Übersicht vom Januar 2026 zeigt deutliche Fortschritte in Mechanik und Optik.
Kopfgeldjagd mit System: Spielerische Freiheit statt geskripteter Pfade
Der Vergleich zu Cyberpunk im Wilden Westen trifft den Kern, greift aber fast zu kurz. ExeKiller orientiert sich in seiner DNA stark an Immersive Sims. Jede Quest stellt dich vor die Wahl: Ballerst du dir den Weg frei, nutzt du Hacking-Fähigkeiten oder suchst du das Gespräch? Das Besondere dabei ist, dass das Spiel keine moralischen Zeigefinger hebt. Deine Entscheidungen – ob du eine Zielperson exekutierst oder für ein höheres Bestechungsgeld laufen lässt – sickern organisch in das Fraktionssystem ein.
Diese Freiheit setzt sich in der Charakterentwicklung fort. Da es kein Level-System gibt, fühlst du dich nie gezwungen, belanglose Nebenaufgaben für XP zu grinden. Stattdessen suchst du gezielt nach Tech-Upgrades für deine Waffen oder Augmentierungen für deinen Körper. Das sorgt für einen sehr direkten Impact: Findest du eine neue Modifikation, ändert sich dein Spielstil sofort, statt nur einen Balken um drei Prozent zu erhöhen.
Der Appaloosa: Dein Fortbewegungsmittel
In einer Welt, die aus weitläufigen, lebensfeindlichen Hubs besteht, ist dein Fahrzeug, der Appaloosa, deine Lebensversicherung. Das Design des Wagens schreit förmlich nach 1970er-Jahre-Muskelkraft und passt perfekt in die staubige Ästhetik. Paradark Studio betont, dass das Fahren kein bloßer Zeitfüller ist. Die Navigation durch die Wüste wird durch dynamische Wetterereignisse und spontane Begegnungen erschwert, was die Spielwelt gefährlicher und lebendiger wirken lässt als viele statische Open Worlds.
Das HUD ist dabei so minimalistisch wie möglich gehalten. Du liest Munitionsstände oder Fahrzeugdaten oft direkt von den Geräten im Spiel ab. Das verstärkt das haptische Gefühl, das man aus Titeln wie Metro Exodus kennt.
Du bist kein Superheld, sondern ein Typ in einem rostigen Auto, der versucht, in einer kaputten Welt seinen Schnitt zu machen.
Die Krux mit den Konsequenzen: Kann das kleine Studio liefern?
Die größte Skepsis bleibt bei der Tiefe der versprochenen Nicht-Linearität. ExeKiller verspricht, dass sich Dialoge und Taten massiv auf das Ende und die Beziehungen zu NPCs auswirken. Bei einem Indie-Titel stellt sich immer die Frage, ob diese Verästelungen wirklich so komplex ausfallen wie bei einem Triple-A-Rollenspiel oder ob es am Ende nur auf Nuancen hinausläuft.
Dennoch: Die Atmosphäre ist bereits jetzt zum Schneiden dicht. Der Verzicht auf klassische UI-Elemente und die Konzentration auf die Interaktion mit der Welt zeigen, dass hier jemand verstanden hat, was Immersion bedeutet. Wenn das Trefferfeedback der Waffen und die Fahrphysik des Appaloosa im finalen Build halten, was die Trailer versprechen, erwartet uns ein hochinteressanter Genre-Bastard.
Quelle: Steam