Arc Raiders: Warum PvP nur Mittel zum Zweck ist – Embark-Chef Söderlund erteilt Leaderboards eine Absage
Arc Raiders: Atmosphäre statt Abschusslisten
Patrick Söderlund stellt klar, dass Arc Raiders kein klassischer kompetitiver Shooter ist. Die Interaktion mit anderen Raidern dient primär dazu, eine unberechenbare Spannung zu erzeugen, die das Spiel von reinen PvE-Titeln abhebt.
Kurz & Knapp
- Keine PvP-Leaderboards: Embark möchte keinen Fokus auf kompetitives Töten legen.
- Tension-Design: Andere Spieler fungieren als unberechenbare Variable zur Steigerung der Atmosphäre.
- Aggression-based Matchmaking: Ein Algorithmus sortiert Spieler nach ihrer Neigung zu PvP oder PvE.
- Akustische Signale: Audio-Hinweise wie Schüsse oder aufgeschreckte Vögel ersetzen Interface-Anzeigen.
- Entwicklungshistorie: Das Spiel war ursprünglich ein reiner PvE-Titel und wurde erst später um PvP ergänzt.
Der Ethos hinter der Extraktion
In einem aktuellen Interview erläutert Patrick Söderlund, dass die Entscheidung gegen klassische PvP-Systeme wie Leaderboards oder Nemesis-Mechaniken ganz bewusst getroffen wurde. Du sollst in Arc Raiders nicht das Gefühl haben, eine Liste von Kills abzuarbeiten, um dich auf einer globalen Rangliste zu profilieren.
Söderlund betont, dass der "Ethos" des Spiels nie darauf ausgelegt war, andere Spieler zu jagen. Stattdessen nutzt das Team das PvP-Element als Werkzeug, um eine ständige Gefahr zu suggerieren.
Diese Design-Philosophie unterscheidet Arc Raiders deutlich von Genre-Größen wie Escape from Tarkov oder Hunt: Showdown, in denen der Erfolg oft direkt mit der Eliminierung anderer Spieler verknüpft ist. Bei Embark steht das Überleben gegen die ARC-Maschinen und die Extraktion von Beute im Vordergrund. Andere Spieler sind in diesem Gefüge eher ein Störfaktor oder ein potenzieller Verbündeter, was die soziale Dynamik innerhalb der Sessions enorm erhöht.
Signale im Ödland: Akustik und Optik als Spannungstreiber
Ein wesentlicher Teil des 10x-Ansatzes von Embark ist das sogenannte "Signaling". Anstatt dir auf einer Minimap anzuzeigen, wo sich Feinde befinden, musst du deine Umgebung aktiv beobachten und belauschen. Söderlund verrät, dass die Raider-Flares (Leuchtsignale, die beim Tod eines Spielers erscheinen) fast aus dem Spiel entfernt worden wären. Er bestand jedoch auf ihre Rückkehr, da sie eine ikonische Art der Kommunikation darstellen: Sie signalisieren dir, dass irgendwo Action stattfindet, ohne dass du genau weißt, wie viele Personen beteiligt sind oder wer noch am Leben ist.
- Audio-Präzision: Schüsse sind über weite Distanzen hörbar und geben Aufschluss über die verwendete Waffenklasse.
- Umwelt-Interaktion: Das Aufschrecken von Vögeln, das Auslösen von Auto-Alarmanlagen oder das Zerstören von Überkameras dient als indirektes Warnsystem für andere Spieler.
- Systemische Tiefe: Diese Elemente sind nicht geskriptet, sondern ergeben sich aus der Interaktion mit der Welt.
Aggression-based Matchmaking: Die Lösung für den Playstyle-Konflikt?
Ein besonders interessanter Aspekt der Recherche betrifft das Matchmaking-System. Embark setzt auf ein System, das dein Verhalten analysiert. Wenn du jemand bist, der ständig den Kampf mit anderen Spielern sucht, wird dich der Algorithmus tendenziell mit gleichgesinnten, aggressiven Spielern zusammenwürfeln.
Wer hingegen eher defensiv agiert und sich auf die Maschinen konzentriert, landet in Lobbys mit einer höheren PvE-Affinität.
Das sorgt dafür, dass die "Tension" erhalten bleibt, ohne dass Gelegenheitsspieler ständig von eingespielten Profi-Squads überrollt werden. Söderlund gibt zu, dass dieses System keine exakte Wissenschaft ist, aber es hilft dabei, die von ihm gewünschte Atmosphäre eines sozialen Experiments aufrechtzuerhalten.
Horror-Feeling und die Zukunft im Schnee
Obwohl Arc Raiders kein Horrorspiel ist, vergleicht Söderlund das Gefühl bei Solo-Nacht-Raids mit einem Horror-Szenario. Die Ungewissheit, kombiniert mit der bedrohlichen Akustik der Maschinen, erzeugt eine Beklemmung, die durch die potenzielle Anwesenheit anderer Spieler nur noch verstärkt wird.
Für die nahe Zukunft plant Embark, diese Atmosphäre weiter auszubauen. Das bereits veröffentlichte Schnee-Update aka Cold Snap brachte nicht nur optische Änderungen, sondern auch neue Gameplay-Mechaniken wie Kälteschutz und das Aufsuchen von Unterkünften mit sich. Zudem soll die soziale Komponente durch synchronisierte Musikinstrumente gestärkt werden, mit denen du im Team kleine "Bands" bilden kannst.