Die "Geheimzutat" von ARC Raiders: Embark-Chef Söderlund über den Überraschungs-Erfolg, Cheater-Banns und echte Hotels
Der Erfolg von ARC Raiders kam für viele überraschend – vielleicht sogar ein wenig für die Entwickler selbst. Was als PvPvE-Experiment startete, hat sich fest in der Gaming-Landschaft etabliert. Patrick Söderlund, Chef von Embark Studios, gab nun Einblicke hinter die Kulissen und erklärte, was den Shooter so besonders macht.
Kurz & Knapp
- Finanzieller Erfolg: ARC Raiders ist hochprofitabel und sichert Embark Studios langfristige Stabilität und Arbeitsplätze.
- Kampf gegen Cheater: Es wurden bereits "Zehntausende" Accounts gebannt; das Team geht aggressiv, aber vorsichtig vor, um Unschuldige zu schützen.
- Mehr "Quatsch" erlaubt: Söderlund liebt die sozialen Interaktionen und verspricht mehr Instrumente und Spaß-Items wie Feuerwerk.
- Speranza 2.0: Der unterirdische Hub wird als "untergenutzt" angesehen und soll künftig stärker als sozialer Treffpunkt und für Story-Lore dienen.
- Stil-Sicherheit: Es wird keine "albernen" Skins geben (keine "rosa Bananen" wie in The Finals); alles muss zur düsteren Welt passen.
- Kurioses: Der CEO will sich beim echten "Hotel Stella Montis" in Italien entschuldigen, das wegen des Spiels mit negativen Fan-Rezensionen überflutet wurde.
Die "menschliche" Geheimzutat und Speranza als Hub
Söderlund beschreibt die Mischung aus PvE und PvP als die "Sauce", die das Spiel besonders macht, zeigt sich aber vor allem von den sozialen Aspekten berührt. Er gibt zu, dass nicht jede Spielerinteraktion so geplant war, aber das Sandbox-Element zu faszinierenden Ergebnissen führt. Besonders die freundlichen Momente zwischen Spielern gäben ihm "den Glauben an die Menschheit zurück".
Ein Bereich, der laut Söderlund noch "stark untergenutzt" ist, ist die unterirdische Kolonie Speranza. Er sieht hier Potenzial für Verbesserungen:
- Speranza könnte zu einem echten sozialen Treffpunkt ausgebaut werden.
- Es gibt Überlegungen, die Lore des Spiels hier stärker zu vertiefen.
Auch der Spaß abseits des Schießens soll nicht zu kurz kommen. Söderlund outete sich als größter Verfechter der spielbaren Instrumente im Spiel. "Es wird definitiv mehr Instrumente geben", versprach er und betonte, wie wichtig Elemente sind, die einfach nur Freude bereiten, wie etwa Feuerwerke. Eine befreundete Neurologin habe das Spiel sogar als "soziales Experiment" bezeichnet.
Zehntausende Banns: Der Kampf gegen Cheater
Wie jeder erfolgreiche Multiplayer-Titel hat auch ARC Raiders mit Cheatern zu kämpfen. Söderlund bestätigte, dass das Studio aggressiv gegen Schummler vorgeht.
- Die Zahlen: Es wurden bereits "Zehntausende von Spielern" gebannt.
- Die Strategie: Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel. Sobald eine Lücke geschlossen wird, finden Cheater neue Wege.
- Vorsicht: Embark geht lieber vorsichtig vor, um ungerechtfertigte Banns zu vermeiden, da jeder Bann das Spielerlebnis eines Unschuldigen ruinieren könnte.
Matchmaking und die "freundlichen Lobbys"
Ein Phänomen in ARC Raiders ist der Versuch von Spielern, das Matchmaking zu manipulieren, um in "freundliche" (PvE) oder aggressive (PvP) Lobbys zu kommen. Söderlund erklärte, dass das System extrem komplex sei und Faktoren wie Skill, Verhalten gegen KI und Verhalten gegen Spieler berücksichtigt. Zwar wolle man keine strikte Trennung der Spielerschaft, aber das Ziel sei es, dass niemand in Situationen gerät, die er absolut nicht möchte.
Finanzen und die Zukunft des Studios
Gerüchte über ein Budget von 75 Millionen Dollar wollte Söderlund zwar nicht exakt bestätigen, nannte die Zahl aber "nicht allzu weit entfernt". Wichtiger sei jedoch der Erfolg: Das Spiel ist profitabel und bietet dem Studio in einer Zeit, in der die Industrie von Entlassungen geplagt ist, finanzielle Sicherheit und Stabilität.
Das Geld aus ARC Raiders finanziert nicht nur den weiteren Ausbau des Spiels und von The Finals, sondern auch die Entwicklung zweier neuer, noch unbekannter Titel.
Kurioses: Keine "Pink Bananas" und ein Hotel-Problem
Im Gegensatz zu The Finals, wo verrückte Kostüme zum Programm gehören, soll ARC Raiders bodenständiger bleiben. Söderlund betonte, dass es keine "rosa Bananen" geben werde; alle kosmetischen Items müssen zur Lore und der Atmosphäre der Welt passen.
Für Erheiterung sorgte eine Anekdote über das echte "Hotel Stella Montis" in Italien. Fans des Spiels hatten begonnen, Rezensionen für das Hotel zu schreiben und sich über "Camper" oder mangelnde Solo-Eignung zu beschweren. Söderlund wusste davon nichts, fand es amüsant, fügte aber hinzu: "Ich muss sie wahrscheinlich anrufen und mich entschuldigen".
Fazit zur Roadmap
Zur Kritik an der etwas vagen Roadmap für die kommenden Monate sagte Söderlund: "Ich höre euch". Die Entscheidung für einen groben Plan sei gefallen, um keine falschen Versprechungen zu machen, da sich in der Entwicklung oft Dinge verschieben. Die Spieler könnten sich jedoch auf kontinuierliche Updates, neue Map-Events und Verbesserungen verlassen.
Quelle: Interview mit IGN