Epic Games: KI soll Entwickler effizienter machen, nicht ersetzen
Epic Games positioniert sich: KI als Werkzeug, nicht als Ersatz
Stephanie Arnette, Senior External Development Manager bei Fortnite, hat sich auf einem Gamescom-Latam-Panel zur KI-Strategie geäußert
Epic erforscht KI-Werkzeuge unter anderem im Bereich Kunst und Asset-Erstellung
Externe Partner können keine eigenen KI-Lösungen in Epics Entwicklungsprozess einbringen - das läuft ausschließlich von Epic nach außen
Die Aussagen reihen sich in eine breite Branchentendenz ein: EA, Sony und Xbox sagen dasselbe
Effizienz statt Entlassung - so lautet die offizielle Linie
Arnettes Kernaussage ist denkbar klar formuliert:
"I know everyone's biggest fear is, 'Oh my god, AI is going to take all our jobs.' That's not our goal. The goal is to make us more efficient."
Als konkretes Beispiel nennt sie Aufgaben, die bisher zehn Stunden dauern. Wenn KI diese Zeit deutlich verkürzt, ist das laut Arnette genau der Anwendungsfall, den Epic anstrebt. Details, welche Prozesse das konkret betreffen, blieb sie schuldig.
Interessant ist die Kontrollfrage: Externe Co-Development-Partner dürfen keine eigenen KI-Tools in Epics Pipeline einbringen. Die Richtung ist eindeutig - Epic bestimmt, welche KI zum Einsatz kommt, nicht die Studios, die im Auftrag arbeiten. Das sagt einiges über das Machtgefälle in solchen Partnerschaften aus.
Eine Aussage, die man schon gehört hat
Epic ist nicht allein mit dieser Position. Sony hat einen fast identischen KI-Plan für PlayStation vorgestellt - Kreativität fördern, keine Jobs vernichten. EA-Chef Andrew Wilson behauptet dasselbe, obwohl bei EA bereits 85 Prozent der QA-Arbeit KI-unterstützt läuft.
Das Muster ist offensichtlich: Die großen Studios kommunizieren KI ausnahmslos als Effizienz-Tool, nie als Sparprogramm. Ob das stimmt, lässt sich von außen kaum überprüfen. Die entscheidende Frage ist nicht, ob KI Jobs "ersetzt" - sondern ob Effizienzgewinne als Rechtfertigung für Headcount-Kürzungen herhalten. Wer seinen Job nicht durch KI verliert, sondern weil der Chef entscheidet, dass ein Kollege mit KI-Hilfe jetzt zwei Jobs erledigen kann, ist technisch gesehen auch nicht "durch KI ersetzt worden".
Dass die Spielebranche für verbindliche Regeln im KI-Bereich noch keine gemeinsame Linie gefunden hat, zeigt ein Blick darauf, was passiert, wenn eine Branche wirklich Regeln aufstellt. Selbstverpflichtungen wie die von Epic sind das Gegenteil davon.
Zum Vergleich: Rockstar soll für GTA 6 ein Budget von über 1,5 Milliarden Dollar zur Verfügung haben - dort wird offenbar noch auf schiere Manpower gesetzt. Wie lange das der Industriestandard bleibt, ist eine andere Frage.
Quelle(n)