Quick Links

156 Beiträge im Community Space

Call of Duty hat das grösste Cheater-Problem aller Online-Shooter – und es geht nicht nur um Aimbots

Von TYay0 in Call of Duty news
vor 12 Stunden (aktualisiert vor 12 Stunden)
Eine neue Surfshark-Studie entlarvt Call of Duty als unangefochtenen Spitzenreiter bei Cheat-Suchanfragen. Battlefield? Kaum betroffen. League of Legends? Praktisch sauber. Wir zeigen das komplette Ranking – und warum dein nächster Aimbot-Download dich mehr kosten kann als nur deinen Account.
Call of Duty hat das grösste Cheater-Problem aller Online-Shooter – und es geht nicht nur um Aimbots

66 Suchanfragen pro 1.000 Spieler – kein anderes Spiel kommt an CoD heran

Das Cybersecurity-Unternehmen Surfshark hat zwölf Monate lang das weltweite Suchvolumen nach Begriffen wie „Aimbot", „Wallhack", „Cheat" und „Hack" für 15 populäre Multiplayer-Titel ausgewertet. 

Das Ergebnis: Call of Duty führt mit 66 Cheat-Suchanfragen pro 1.000 Spieler – und zwar mit Abstand.

Kurz & Knapp

  • Call of Duty dominiert mit 66 Suchanfragen pro 1.000 Spieler – mehr als doppelt so viel wie Apex Legends.
  • Rocket League auf Platz 2 (59 pro 1.000) – obwohl das Spiel als technisch kaum hackbar gilt.
  • MOBAs wie League of Legends kommen auf lächerliche 0,3 pro 1.000 – das sauberste Genre überhaupt.
  • Battlefield steht auf Platz 13 von 15 – trotz Shooter-DNA kaum Cheater-Interesse.
  • Spiele mit Kernel-Level-Anti-Cheat verzeichnen im Schnitt fast halb so viele Suchanfragen wie Titel ohne.
  • Wer Cheats installiert, öffnet gleichzeitig die Tür für Malware, Trojaner und Identitätsdiebstahl.

Das komplette Ranking

RangSpielSuchanfragen / 1.000 Spieler
1Call of Duty66
2Rocket League59
3Rainbow Six: Siege53
4Marvel Rivals45
5PUBG39
6Apex Legends25
7Fortnite20
8ARC Raiders10
.........
13Battlefieldniedrig
15League of Legends0,3

Zwei Dinge fallen sofort auf. Erstens: Call of Duty nutzt mit RICOCHET einen Kernel-Level-Anti-Cheat – und steht trotzdem an der Spitze. Die jahrzehntelange Cheater-Kultur im Franchise und die riesige, teils sehr casual-orientierte Spielerbasis von Warzone scheinen schwerer zu wiegen als jede technische Gegenmassnahme. 

 

Zweitens: Rocket League auf Platz 2 klingt absurd – doch das Interesse verlagert sich dort auf KI-gestützte Bots, die menschliches Spielverhalten imitieren.

Warum MOBAs so viel sauberer sind als Shooter

Der Genre-Vergleich liefert die vielleicht spannendste Erkenntnis der gesamten Studie:

GenreØ Suchanfragen / 1.000 Spieler
Action40
Battle Royale28
Shooter23
MOBA0,3

Die Erklärung liegt in der Spielarchitektur. Ein Aimbot bringt in League of Legends schlicht nichts – die Kamera zeigt eine Top-Down-Perspektive, die Minimap liefert ohnehin Informationen, und der Spielverlauf hängt an komplexen Entscheidungsketten statt an Reflexen. 

Je stärker ein Spiel auf präzises Zielen setzt, desto grösser wird der Markt für Cheats. Eine simple Formel, die sich in den Daten sauber bestätigt.

Die neue Generation: KI-Cheats, die kein Anti-Cheat erkennt

Der eigentlich beunruhigende Teil der Studie betrifft eine neue Kategorie von Cheats, die das gesamte Anti-Cheat-Wettrüsten auf den Kopf stellt. Moderne KI-Cheats nutzen Objekterkennungs-Algorithmen wie YOLO, um das Spielbild in Echtzeit zu analysieren. Sie berechnen optimale Schüsse, simulieren Mausbewegungen – und laufen auf einem komplett separaten Rechner oder einer Capture Card.

Weil diese Tools den Spielprozess nie direkt berühren, sind sie für Kernel-Level-Anti-Cheat praktisch unsichtbar. PC Gamer hat ein solches System dokumentiert, das per physischer Mauspad-Bewegung in Valorant cheatet – ohne jede Software auf dem Spielrechner.

Das ist kein Zukunftsszenario. Diese Systeme existieren bereits und werden aktiv verkauft.

Was Activision dagegen unternimmt

Activision fährt eine Doppelstrategie aus Technik und Recht. Auf der juristischen Seite gewann der Publisher 2024 eine Klage gegen den deutschen Cheat-Anbieter EngineOwning – Ergebnis: über 14,4 Millionen Dollar Schadenersatz und die gerichtliche Anordnung zur Domainübertragung. Ob die Summe jemals fliesst, ist fraglich – EngineOwning operiert inzwischen aus Dubai.

 

Technisch hat RICOCHET mit Black Ops 7 den bislang aggressivsten Schritt gemacht:

  • TPM 2.0 und Secure Boot als Pflicht auf PC
  • Remote Attestation über Microsoft Azure zur Systemverifizierung
  • Echtzeit-Gegenmassnahmen: Cloaking (Cheater sehen dich nicht mehr), Disarming (Waffen funktionieren nicht), Damage Shields
  • Ab Season 2: Erkennung von Cronus Zen und XIM Matrix – Hardware, die maschinenperfektes Aim und Recoil-Kontrolle simuliert

Activision meldete während der Beta, dass 99 Prozent aller Matches cheaterfrei blieben. Im Live-Betrieb mit Millionen täglicher Spieler ist das eine andere Hausnummer – aber der Ansatz ist der ambitionierteste, den die Branche aktuell zu bieten hat.

Cheaten als Sicherheitsrisiko: Mehr als nur ein Bann

Hier wird es persönlich. Surfshark-CSO Tomas Stamulis warnt: Wer Cheats installiert, muss häufig Antivirus deaktivieren und tiefgreifende Systemrechte vergeben – genau das, was Cyberkriminelle brauchen. 

 

Über vermeintliche Cheat-Downloads werden regelmässig Info-Stealer und Remote-Access-Trojaner verbreitet.

 

Wer bei Google nach einem Aimbot für Call of Duty sucht und auf einer dubiosen Seite landet, riskiert nicht nur seinen Account. Passwörter, Kreditkartendaten, Session-Tokens – alles, was auf dem Rechner gespeichert ist, kann abfliessen. 

 

Bei einer Community von mehreren Millionen aktiver Spieler und 66 Cheat-Suchanfragen pro 1.000 davon ist das eine Angriffsfläche, die weit über Gaming hinausgeht.

Battlefield und ARC Raiders: Zwei Positionen, die euch interessieren dürften

Battlefield auf Platz 13 von 15 – ein überraschend sauberes Ergebnis für einen Online-Shooter. Obwohl die Reihe besonders in BFV und 2042 mit PC-Cheatern zu kämpfen hatte, zeigt das niedrige Suchvolumen eine grundlegend andere Spielerkultur. Ob das am stärkeren Squad-Fokus, den grösseren Teams oder der geringeren Competitive-Sichtbarkeit liegt, lässt sich aus den Daten nicht abschliessend klären – aber die Tendenz ist eindeutig.

 

ARC Raiders taucht mit 10 Suchanfragen pro 1.000 Spieler im Mittelfeld auf. Für einen Extraction Shooter ein solider Wert. Easy Anti-Cheat auf Kernel-Level scheint hier seinen Job zu machen. Ob das mit wachsender Spielerzahl so bleibt, wird sich zeigen.

Was die Studie misst – und was nicht

Ein Punkt, den du im Hinterkopf behalten solltest: Surfshark bildet Suchinteresse ab, nicht tatsächliche Cheater-Zahlen. Manche suchen aus Neugier, andere wollen wissen, wogegen sie sich schützen müssen. 

 

Die Methodik ist solide (Ahrefs-Daten, zwölf Monate, normalisiert auf Spielerzahlen via Steam Charts und Activeplayer.io), aber ein hohes Suchvolumen ist nicht automatisch ein hohes Cheater-Aufkommen.

 

Trotzdem: Wo Nachfrage entsteht, folgt das Angebot. Und wo das Angebot wächst, wachsen die Probleme mit.

Quelle: Surfshark Research | RICOCHET Anti-Cheat Season 2

Beitrag erstellt in Call of Duty

Echte Infos. Keine Klickschlachten. Deine Gaming-Quelle: BFcom.

Neu hier?

Macht nichts. Melde dich an und diskutiere mit!

Konto erstellen
Call of Duty hat das grösste Cheater-Problem aller Online-Shooter – und es geht nicht nur um Aimbots

Call of Duty

Spiele, Actionspiele

Der deutsche Treffpunkt für alle Fans der Call of Duty-Reihe. Egal ob Multiplayer, Warzone oder die Kampagne – hier wird über alles rund um das erfolgreiche Shooter-Franchise von Activision diskutiert.

Spiel Informationen
Call of Duty (Allgemein)
Teil der Call of Duty Reihe
Entwickler Infinity Ward, Treyarch, Sledgehammer Games
Publisher Activision
Genre First-person shooter
Plattformen
Mobile Nintendo Switch PC PlayStation Xbox
Beschreibung Community für alle Call of Duty-Titel, einschliesslich Multiplayer, Warzone und dem Zombies-Modus.
© 2009 - 2026 BFcom - Communities für Gaming, Tech & mehr - BFcom