Marathon setzt auf harte Anti-Cheat-Linie – Server Slam startet am 26. Februar
Wenige Tage vor dem kostenlosen Server Slam hat Bungie einen detaillierten Blogpost zu Networking und Sicherheitsmaßnahmen in Marathon veröffentlicht.
Die Kernbotschaft: Wer cheatet, fliegt – für immer.
Kurz & Knapp
- Cheater und Cheat-Entwickler werden permanent gebannt, ohne Ausnahme
- Dedizierte Server kontrollieren Bewegung, Schüsse, Aktionen und Inventar vollständig
- "Fog of War"-System schränkt Wallhacks und Loot-Revealer serverseitig ein
- BattlEye plus komplett neu entwickelter Sicherheits-Stack im Einsatz
- Bei Serverfehlern erhalten betroffene Spieler ihr Startgear zurück
- Kostenloser Server Slam vom 26. Februar bis 2. März auf allen Plattformen
Null Toleranz – und das meint Bungie ernst
"Wer beim Cheaten oder beim Entwickeln von Cheats erwischt wird, wird permanent von Marathon ausgeschlossen – für immer, keine zweite Chance", heißt es im offiziellen Blogpost. Ein Berufungssystem existiert zwar für Fehlerkennungen, aber die Grundhaltung ist unmissverständlich.
Der Zeitpunkt dieser Ansage kommt nicht von ungefähr. Arc Raiders, der direkte Konkurrent im Extraction-Shooter-Markt, kämpft seit Wochen mit einem Cheater-Problem. Embark Studios reagierte mit einem Drei-Strikes-System – das viele Spieler als zu lasch kritisieren. Bungie positioniert sich bewusst am anderen Ende des Spektrums. Wer sich auf Arc Raiders eingeschossen hat, kennt das Frustpotenzial nur zu gut.
Wie Bungie technisch gegen Cheats vorgeht
Die technische Grundlage bilden vollständig autoritative dedizierte Server. Der Server hat das letzte Wort über Bewegung, Schüsse, Aktionen und Inventar. Versucht ein Client etwas Ungültiges – etwa Teleportation, unendlich Munition oder Schadensmanipulation – lehnt der Server die Aktion ab, ohne andere Spieler zu beeinträchtigen.
Gleichzeitig sorgen neue Networking-Systeme mit Client-Side-Prediction und Rewind dafür, dass sich das Gameplay trotzdem responsiv anfühlt. Jeder Schuss wird serverseitig mit Per-Shot-Tracking und redundanter Übertragung nachverfolgt – selbst bei hohem Paketverlust sollen Treffer zuverlässig landen.
Fog of War ist das Highlight gegen Wallhacks und ESP-Cheats. Das System läuft serverseitig und begrenzt, welche Kartenregionen ein Spieler-Client überhaupt kennt. Dein Client erhält nur Informationen über das, was du tatsächlich sehen oder wahrnehmen könntest. Loot-Revealer und Container-Peeking werden damit deutlich weniger effektiv.
BattlEye plus hauseigener Stack
Neben BattlEye – dem Kernel-Level-Anti-Cheat aus Fortnite, Rainbow Six Siege und Destiny 2 – hat Bungie seinen Sicherheits-Stack komplett neu aufgebaut. User-Mode- und Kernel-Mode-Komponenten arbeiten zusammen, während Backend-Systeme kontinuierlich Telemetriedaten analysieren, um ungewöhnliche Spielmuster zu erkennen.
Ähnlich wie Call of Duty mit TPM 2.0 und Secure Boot setzt auch Bungie auf Hardware-nahe Sicherheitsmaßnahmen. Details zu den genauen Methoden hält das Studio bewusst zurück – Anti-Cheat ist ein Wettrüsten, und zu viel Transparenz hilft den falschen Leuten.
Disconnect-Recovery und Gear-Erstattung
Extraction-Shooter leben vom Risiko, Gear zu verlieren. Umso wichtiger: Bei einem Disconnect bleibt dein Shell im Spiel und kann von deinem Team geschützt werden. Du kannst dich wieder verbinden und den Run fortsetzen.
Falls die Wiederverbindung wegen eines Bungie-Serverfehlers scheitert, versucht das Studio, das Startgear zurückzugeben. Internetprobleme auf Spielerseite fallen allerdings nicht unter diese Regelung – da hilft nur ein stabilerer Anschluss.
Server Slam als Stresstest – und wir haben das letzte Wort
Vom 26. Februar bis 2. März können alle Spieler Marathon kostenlos ausprobieren – auf PS5, Xbox Series X/S und PC via Steam. Der Server Slam dient als finaler Stresstest für Netcode, Hit-Registration und Balance vor dem Launch am 5. März. Wer stilecht einsteigen will, kann sich den Marathon Limited Edition DualSense sichern.
Bungie formuliert es selbst treffend: "Tau Ceti IV ist eine gefährliche Welt, in der der Tod gewiss ist. Allerdings wollen wir, dass du weißt: Deine Tode sind das Ergebnis deiner eigenen Fehler oder überlegener Gegner – nicht wegen Netzwerkproblemen, Cheatern oder der Hardware."
Ob diese Versprechen halten, zeigt sich ab Mittwoch. Nach der turbulenten Entwicklungsgeschichte kann Bungie noch so viele Blogposts veröffentlichen – am Ende entscheiden wir Gamer, ob Marathon die 40 Euro wert ist. Nicht Sony, nicht die PR-Abteilung.