Marathon steht vor dem Release – Sony äußert sich zu Playtest-Ergebnissen
Einen Monat vor dem geplanten Launch hat sich Sony zur Entwicklung von Marathon geäußert. CFO Lin Tao sprach während der jüngsten Earnings Call über die Ergebnisse der geschlossenen Playtests – und klang dabei erstaunlich optimistisch für ein Projekt, das bisher vor allem durch Skandale und Verschiebungen auffiel.
Kurz & Knapp
- Sony CFO Lin Tao bezeichnet sich als "sehr zuversichtlich" für den Release am 5. März 2026
- Playtests zeigten "gute Punkte und nicht gute Punkte" – letztere wurden überarbeitet
- Marathon erscheint für PS5, Xbox Series X/S und PC zum Preis von 39,99 Euro
- Solo Queue, Proximity Chat und der neue Runner Shell "Rook" sind seit der Alpha neu
- Arc Raiders mit über 12 Millionen Verkäufen wartet bereits als etablierter Konkurrent
Von "nicht guten Punkten" zu großer Zuversicht
"Nach den Modifikationen sind wir sehr zuversichtlich, es am 5. März zu veröffentlichen", so Tao. Die Aussage folgt auf Monate intensiver Tests. Im Oktober nahmen rund 80.000 Spieler an einem technischen Test teil, der Gameplay-Gefühl und Spielerbindung unter die Lupe nahm.
Was genau die "nicht guten Punkte" waren? Sony bleibt vage. Fest steht: Bungie hat am visuellen Design geschraubt, das Beleuchtungssystem überarbeitet und neue Features implementiert. Tote Spieler verfallen jetzt mit der Zeit – praktisch, um einzuschätzen, wie frisch ein Leichnam ist und ob die Gefahr noch lauert.
Eine Entwicklung voller Stolpersteine
Marathons Weg zum Release liest sich turbulent. Ursprünglich für 2024 geplant, dann auf September 2025 verschoben, im Juni 2025 unbefristet auf Eis gelegt. Dazwischen ein Plagiatsskandal, bei dem Bungie einräumen musste, dass ein Mitarbeiter Designs einer unabhängigen Künstlerin ohne Genehmigung verwendet hatte. CEO Pete Parsons trat zurück, 17 Prozent der Belegschaft wurden entlassen.
Und im Hintergrund schwebt noch immer das Concord-Trauma – Sonys spektakulärster Live-Service-Flop. Die Nervosität in der Führungsetage dürfte entsprechend groß sein.
Arc Raiders hat die Messlatte gesetzt
Während Marathon stolperte, räumte Arc Raiders ab. Embark Studios' Extraction-Shooter verkaufte sich bis Januar 2026 über 12 Millionen Mal und gewann den "Best Multiplayer Game"-Award bei den Game Awards 2025. Das Spiel machte das Genre zugänglicher – und schuf eine Spielerbasis, die jetzt weiß, was sie von einem Extraction-Shooter erwarten kann.
Der Unterschied: Arc Raiders setzt auf PvE-Fokus und überraschend kooperative Atmosphäre. Marathon will das Gegenteil – knallharter PvP-Fokus, bei dem jede Begegnung gefährlich ist. Bungie hat Proximity Chat nachgerüstet (ursprünglich wegen Toxizitäts-Bedenken gestrichen), Solo Queue eingeführt und mit "Rook" einen neuen Runner Shell geschaffen, der ressourcenarmen Spielern einen risikofreien Einstieg ermöglicht.
Ob das reicht, um Arc-Raiders-Spieler zu überzeugen? Manche hoffen auf Bungies Stärke beim Environmental Storytelling. Andere bleiben skeptisch, ob ein Studio in dieser Verfassung liefern kann.
40 Euro, kein Pay-to-Win – und am Ende entscheiden wir
Marathon kostet 39,99 Euro. Kein Free-to-Play, kein Pay-to-Win. Rewards Passes verfallen nicht. Season 1 bringt neue Maps, Runner Shells und das Cryo Archive auf dem UESC Marathon-Schiff.
Ein kostenloses Wochenende vor dem Launch soll Spielern die Möglichkeit geben, Marathon risikofrei auszuprobieren. Sony mag sich "sehr zuversichtlich" geben, und Bungie kann noch so viele Features nachreichen.
Am Ende haben wir Gamer das letzte Wort – nicht die Earnings Calls und nicht die PR-Abteilungen. Ob Marathon die 40 Euro wert ist, zeigt sich ab dem 5. März.
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