GTA 6 Abend-Update: CEO hat Angst, der Preis bleibt offen, und Pepsi kommt nicht ins Spiel
Take-Two-CEO Strauss Zelnick gibt offen zu, vor dem GTA 6-Launch "eine Milliarde Mal mehr" Angst zu haben als bei anderen Releases
Kein Product Placement in GTA 6 - weil alle Marken im Spiel ohnehin erfunden sind
Der Preis bleibt offiziell offen, Zelnick spricht nur von "fair" und "reasonable" - 100-Dollar-Gerüchte bleiben unbestätigt
Release weiterhin 19. November 2026 für PS5 und Xbox Series X/S, PC noch offen
Zelnick auf der iicon-Konferenz: Angst als Qualitätsmerkmal
Strauss Zelnick war diese Woche auf der iicon-Konferenz in Las Vegas - einem neuen Format speziell für Gaming-Führungskräfte - und hat dabei überraschend offene Worte gefunden. Bei jedem Release habe er Angst. Bei GTA 6 multipliziere sich das allerdings um den Faktor eine Milliarde.
"I run so scared with regard to all of our releases. Just multiply it by a billion this time around."
Das klingt erst mal überraschend für jemanden, der das möglicherweise teuerste Unterhaltungsprojekt aller Zeiten verantwortet. Zelnick sieht das aber nicht als Schwäche, sondern als notwendige Haltung.
Wer aufhöre, nervös zu sein, solle sich lieber einen anderen Job suchen - so seine Logik. Der Druck kommt nicht aus dem Nichts: GTA V hat sich inzwischen über 225 Millionen Mal verkauft und ist nach wie vor eines der meistgespielten Spiele der Welt. Das ist eine Messlatte, gegen die eigentlich kein Nachfolger wirklich ankommen kann.
Passend dazu haben wir gerade berichtet, dass Rockstar-Entwickler aktuell bis 3 Uhr nachts crunchten, um den November-Termin zu halten. Der Druck ist also nicht nur oben, sondern durch das gesamte Unternehmen spürbar.
Kein McDonald's in Vice City - und das aus gutem Grund
Ein weiteres Thema auf der Konferenz: Product Placement. Kurze Antwort - kommt nicht. Lange Antwort - kann gar nicht, weil GTA strukturell darauf ausgelegt ist, keine echten Marken zu zeigen.
"We don't have, for example, we're not even at risk of doing brand partnerships because all the brands are made up. And I think that keeps us pure."
Die GTA-Reihe lebt seit je her von fiktiven Parodiemarken. Sprunk statt Sprite, Cluckin' Bell statt KFC, Lifeinvader statt Facebook. Eine echte Marke in diesem System würde sofort Fragen aufwerfen - darf Rockstar die dann noch satirisch zerlegen? Darf daneben was brennen?
Zelnick hat explizit darauf hingewiesen, dass Product Placement bei NBA 2K funktioniert, weil echte Marken dort natürlich vorkommen. Bei GTA ist das Gegenteil der Fall - die fiktive Übertreibung ist das Produkt. Das ist eine konsequente Entscheidung, die nebenbei auch viel kreative Freiheit erhält.
Er warnte in dem Zusammenhang sogar allgemein davor, Partnerschaften zu aggressiv zu pushen - und erwähnte eine namentlich nicht genannte TV-Serie, die mit zu aufdringlicher Getränkedosen-Werbung auf die Nase gefallen sei. Man muss kein großes Rätsel lösen, um zu ahnen, welche Produktion er meinte.
Der Preis: "Sehr fair" heißt noch gar nichts
Das dritte große Thema, das Zelnick auf der Konferenz angesprochen hat, ist der Preis. Offiziell sagt er: noch nichts festgelegt. Inoffiziell sagt er: Es soll sich "sehr fair" anfühlen für das, was man bekommt.
"Consumers pay for the value that you bring to them, and our job is to charge way way way less of the value delivery."
Das klingt gut. Gleichzeitig hat er in einem Atemzug darauf hingewiesen, dass Spielepreise seit über einem Jahrzehnt bei 60 bis 70 Dollar stagnieren - inflationsbereinigt also real gesunken sind. Das ist technisch korrekt, aber auch ein klassisches Argument, das Preiserhöhungen vorbereitet.
Wir hatten das Preisthema hier auf bfcom.eu schon ausführlich: Eine Premium Edition für über 100 Pfund stand bereits im Raum. Die Gerüchte um einen 100-Dollar-Standardpreis kursieren seit Monaten, Zelnick hat das weder bestätigt noch dementiert. Er hat es einfach offen gelassen.
Sein Argument: Wenn das Spiel gut genug ist, zahlen die Leute den Preis. Das stimmt wahrscheinlich. Aber "gut genug" und "Preis fühlt sich fair an" sind eben Dinge, die unterschiedliche Menschen sehr unterschiedlich bewerten - je nachdem, ob man ein Take-Two-CEO mit neunstelligem Nettovermögen ist oder ein Normalspieler mit einem Budget für Spiele pro Monat.
Übrigens: Auf derselben Konferenz hat Zelnick auch Hoffnung auf ein LA Noire 2 gemacht - wir haben dazu bereits berichtet: LA Noire 2: Zelnick macht Hoffnung auf ein Sequel.
Der offizielle Marketing-Kickoff ist für den Sommer angekündigt. Trailer 3 wartet die Community bereits sehnlichst. Bis dahin: Release bleibt beim 19. November 2026 für PS5 und Xbox Series X/S.
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