David Vonderhaar, der frühere Multiplayer-Design-Director von Call of Duty: Black Ops, arbeitet an einem neuen Shooter - und der klingt nach allem, bloß nicht nach CoD. Nach dem Platzen seiner NetEase-Finanzierung startet er neu durch.
Vonderhaar baut keinen CoD-Klon, sondern etwas deutlich Seltsameres
David Vonderhaar, Design-Director mehrerer Black-Ops-Titel, entwickelt einen neuen Original-FPS
Das Projekt verlor zuvor seine Finanzierung durch NetEase - Vonderhaar sucht neu auf
Die kreative Leitlinie: "Als ob David Lynch Shooter gemacht hätte"
Angestrebter Release: in etwa drei Jahren
Von Treyarch raus, ins Unbekannte rein
Vonderhaar hat jahrelang das Multiplayer-Gerüst von Black Ops geprägt. Jetzt, nach dem Ende seiner Zusammenarbeit mit NetEase, redet er offen über sein nächstes Projekt - und betont dabei ausdrücklich, keinen "Call of Duty killer" bauen zu wollen.
Stattdessen greift er zu einem ungewöhnlichen Referenzrahmen. David Lynch steht für surreale Erzählstrukturen, verstörende Atmosphäre und Bilder, die sich nicht so einfach erklären lassen. Auf einen Shooter übertragen klingt das nach einer ziemlich anderen Richtung als gesichtsloses Gunplay mit Season-Pass-Inhalten.
Konkrete Details zum Spiel selbst hält Vonderhaar noch zurück. Was er kommuniziert, ist vor allem die Haltung dahinter.
Drei Jahre, kein Publisher-Zwang - zumindest vorerst
Der Zeitplan ist grob gesteckt: drei Jahre bis zur Veröffentlichung. Das ist ambitioniert für ein Studio, das gerade seinen Finanzierungspartner verloren hat, klingt aber nach bewusstem Atemholen statt Panik.
Über die aktuelle Finanzierungssituation nach dem NetEase-Aus ist noch wenig bekannt. Ob Vonderhaar mit eigenem Geld, neuem Investor oder anderem Publisher weiterarbeitet, hat er nicht konkretisiert.
Was klar ist: Er will keine Kopie dessen bauen, was er zwanzig Jahre mitentwickelt hat. Das ist entweder der mutigste Move seiner Karriere - oder ein sehr teures Experiment.
"If David Lynch made shooters" - David Vonderhaar über die kreative Ausrichtung seines neuen Projekts
Die Ansage hat Substanz, weil Vonderhaar weiß, wovon er sich absetzt. Jemand, der das Scorestreak-System mitgebaut hat, kennt die Mechaniken des Genres in- und auswendig - und entscheidet sich trotzdem für den Gegenentwurf.
Ob das Konzept in einem spielbaren Produkt landet, das diesen Anspruch einlöst, steht auf einem anderen Blatt. Aber der Schritt weg vom sicheren Franchise-Fahrwasser verdient zumindest Aufmerksamkeit.
Quelle(n)
Bloomberg