Arc Raiders: Embark räumt mit Matchmaking-Mythen auf – „Es gibt keine freundlichen oder aggressiven Lobbys"
Die Wahrheit über Aggression-Based Matchmaking
Kaum ein Thema spaltet die Arc Raiders Community so sehr wie das sogenannte "Aggression-Based Matchmaking" (ABMM). Die einen schwören darauf, nie zurückzuschiessen. Andere behaupten, schon das Looten einer Leiche katapultiere dich in Mörder-Lobbys.
Design Director Virgil Watkins stellt im Interview mit PC Gamer klar: Fast alles davon ist Aberglaube.
Kurz & Knapp
- Es gibt keine binäre Trennung zwischen freundlichen und aggressiven Lobbys
- Ein einzelner Kill schickt dich nicht automatisch in PvP-Hölle
- Das System trackt langfristige Gewohnheiten, nicht einzelne Aktionen
- Post-Match-Umfragen haben keinen Einfluss auf deine Lobby-Zuweisung
- Embark nutzt intern den Begriff "Aggression-Based Matchmaking" gar nicht
- Das Comms-Team bereitet offizielle Infos zum Thema vor
„So funktioniert das überhaupt nicht"
„Ich glaube, viele Spieler denken, es sei unglaublich binär – dass selbst ein einziger Schuss auf einen Raider dich automatisch in eine aggressive Lobby steckt. Aber so funktioniert das überhaupt nicht."
Watkins räumt mit dem grössten Mythos auf: Das System ist kein Schalter, der bei einem Kill umgelegt wird. Stattdessen analysiert es Verhaltensmuster über mehrere Runden hinweg. Wer gelegentlich in Notwehr schiesst, landet nicht plötzlich bei den Hardcore-PvPlern.
Auch die beliebte Theorie, man dürfe keine gefundenen Leichen looten, gehört ins Reich der Legenden. Das System ist laut Watkins "bei weitem nicht so empfindlich".
Post-Match-Umfragen? Komplett irrelevant
Die Umfragen nach jeder Runde – "Wie war dein Erlebnis?" – haben laut Watkins keinerlei mechanischen Einfluss auf zukünftige Lobbys:
„Die helfen uns nur einzuschätzen, wie Spieler die Runde empfunden haben. Sie verändern nichts an dem, was mit dir passiert. Es basiert ausschliesslich auf deinen Aktionen in der Runde."
Wer also hoffte, durch negatives Feedback in friedlichere Matches zu rutschen: Das funktioniert nicht.
Embark überrascht vom eigenen Erfolg
Interessant ist Watkins' Eingeständnis, dass die "sichereren Lobbys" das Studio selbst überrascht haben:
„Es hat uns ziemlich überrascht, wie viele Leute sich darauf einlassen und Spass mit diesen Elementen des Spiels haben. Das ermutigt uns definitiv, mehr Möglichkeiten für freundliche Interaktionen zu schaffen – aber natürlich müssen wir auch das PvP-Publikum bedienen."
Diese Balance zwischen Carebear-Lobbys und Hardcore-PvP bleibt die grosse Herausforderung. Selbst in der friedlichsten Lobby kann jederzeit jemand zum Psychopathen werden – das System verhindert das nicht, es macht es nur unwahrscheinlicher.
Wie das verhaltensbasierte Matchmaking grundsätzlich funktioniert, hatten wir bereits analysiert. Auch Streamer wie Ninja zeigten sich überrascht von Embarks Ansatz, nicht auf klassisches Skill-Based Matchmaking zu setzen.
Offizielle Infos kommen – irgendwann
Watkins kündigte an, dass Embarks Comms-Team Informationen zum Matchmaking vorbereitet. Details zur genauen Funktionsweise wird es aber wohl nie geben – zu gross ist die Gefahr, dass Spieler das System gezielt manipulieren.
Die Kernbotschaft für heute: Gelegentlicher Mord schickt dich nicht automatisch in die PvP-Hölle. Was du mit dieser Information machst, bleibt dir überlassen.