Embark Studios rüstet auf: Machine-Learning-Anti-Cheat soll The Finals und Arc Raiders vor Cheatern schützen
vor 8 Stunden (aktualisiert vor 8 Stunden)
Embark zeigt, wie ihr Anti-Cheat Cheater von Skillgöttern unterscheidet
Mit Update 9.9.0 für The Finals hat Embark nicht nur Lunar-New-Year-Lampions aufgehängt, sondern auch einen ungewöhnlich offenen Blick in die Anti-Cheat-Küche gewährt. Das Timing könnte kaum besser sein: Arc Raiders wurde zuletzt von Exploits geplagt, die so simpel waren, dass sie fast schon beleidigend wirkten.
Kurz & Knapp
- Machine-Learning-Modelle wurden monatelang mit echten Spielerdaten trainiert
- Das System erkennt menschliches "organisches Rauschen" vs. Bot-Präzision
- Nur 0,02 Prozent aller Spieler werden pro Tag gebannt
- Embark warnt: Manche Maus-Software könnte versehentlich Cheat-Erkennungen auslösen
- Arc Raiders kämpft parallel mit Infinite-Ammo- und Duplikations-Exploits
Menschen sind unpräzise – und genau das rettet euch
Die Kernidee hinter Embarks Erkennung ist fast schon philosophisch: Menschen machen Fehler. Cheats nicht.
„Jede Schusssalve erzeugt Hunderte von Maus- oder Controller-Eingaben. Menschliche Rückstoßkontrolle produziert organische, verrauschte Muster."
Während ein echter Spieler beim Gegensteuern des Rückstosses natürliche Schwankungen zeigt, erzeugen Aimbots und Recoil-Scripts künstlich gleichmässige Muster. Das natürliche Rauschen verschwindet – und genau das verrät sie. Die ML-Modelle wurden über Monate sowohl mit echten Spielerdaten als auch mit bekannten Cheat-Mustern gefüttert.
Ein guter Tag macht euch noch nicht zum Cheater
Keine Sorge: Wer einmal einen Godlike-Streak hinlegt, fliegt nicht automatisch raus.
„Ein einzelner Moment exzellenter Rückstoßkontrolle wird das System nicht auslösen."
Embark sammelt absichtlich Daten über längere Zeiträume, bevor ein Bann fällt. Das verhindert Fehlbanns und erschwert Cheatern das Reverse-Engineering der Schwellenwerte. „Bei allen kürzlich manuell überprüften Fällen waren die Ergebnisse korrekt", versichert das Studio. Die Modelle der letzten sechs Monate würden sogar Cheater erwischen, die vorher jahrelang durchs Netz schlüpften.
Eure Gaming-Maus könnte euch verraten
Hier wird es interessant für alle, die nichts Böses im Schilde führen. Embark warnt explizit:
„Immer mehr Hersteller fügen ihren Peripheriegeräten Scripting-Fähigkeiten hinzu. Manche haben Standardeinstellungen, die unfaire Vorteile bieten und Erkennungen auslösen könnten."
Wer also eine schicke Gaming-Maus mit vorinstallierten Makros oder Recoil-Kompensation nutzt, sollte die Software dringend überprüfen. Solche Fälle seien zwar bei einem Appeal leichter zu klären, aber "genau zu verstehen, was man installiert" erspart Ärger.
Arc Raiders: ML gegen Aimbots, aber Inventory-Bugs feiern Party
Während Embark hochentwickelte Machine-Learning-Modelle gegen Aimbots einsetzt, stammten die grössten Störungen in Arc Raiders aus simplen Inventory-Bugs – ohne externe Software.
Der Infinite-Ammo-Glitch tauchte nur einen Tag nach einem Duplikations-Hotfix auf. Durch simples Umstecken von Waffen feuerte die Ferro plötzlich über 100 Schuss statt einem. Ein kreativer Spieler baute ein Labyrinth aus 65 Türbarrikaden – alles durch Duplizieren. Embark reagierte schnell mit serverseitigen Fixes und drohte mit Strafen für exzessive Ausnutzer.
Parallel dazu greift das Studio härter durch: Wer über Steam Family Sharing gebannt wird, reisst mittlerweile die ganze Familie mit.
Das Opfer bekommt sein Loot zurück
Arc Raiders hat aber auch clevere Ansätze. Das "Abnormal Match Compensation"-System erstattet automatisch Ausrüstung, wenn ein identifizierter Cheater euch gekillt hat. Die Items landen im Inventar – oft bemerken Betroffene erst Stunden später, dass sie überhaupt bestohlen wurden. Auf Reddit finden sich entsprechend verwirrte, aber dankbare Reaktionen.
False Positives: Die ewige Debatte
Nicht alle kaufen Embark die Perfektion ab. In Steam-Foren berichten einzelne Spieler von 30-Tage-Banns, die sie als ungerechtfertigt empfinden. Die Community reagiert gespalten – manche wittern Ausreden, andere kritisieren den Appeal-Prozess als zu automatisiert.
Embarks Fazit bleibt selbstbewusst: „Der Banhammer schwingt nicht wahllos, er führt präzise Schläge aus." Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese Präzision hält – besonders wenn The Finals seinen angekündigten kernelbasierten Anti-Cheat erhält.
Quelle: Steam