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Xbox Game Pass wird günstiger: Ultimate auf 20,99 € - was der Preisschnitt wirklich bedeutet

Von TYay0 in Xbox news xbox microsoft
vor 17 Stunden (aktualisiert vor 17 Stunden)
Microsoft dreht an der Preisschraube zurück: Der Xbox Game Pass Ultimate kostet ab sofort nur noch rund 21 statt 27 Euro pro Monat - und der PC Game Pass fällt auf 13 Euro. Den Kompromiss, den Xbox-Chefin Asha Sharma dafür eingeht, betrifft eine der meistverkauften Shooter-Reihen der Welt. Was steckt hinter dem Kurswechsel, und was verändert sich konkret für dich?
Xbox Game Pass wird günstiger: Ultimate auf 20,99 € - was der Preisschnitt wirklich bedeutet

Xbox Game Pass Preissenkung 2026: Günstigere Abos, aber kein Day-One mehr für neue Blockbuster

  • Ultimate fällt von 26,99 € auf 20,99 € pro Monat - PC Game Pass von 14,99 € auf 12,99 €
  • Die Senkung gilt ab sofort, andere Abo-Stufen bleiben unverändert
  • Neue Call-of-Duty-Titel erscheinen künftig nicht mehr am Launch-Tag im Game Pass, sondern erst zur darauffolgenden Holiday Season
  • Bereits im Game Pass enthaltene CoD-Titel bleiben verfügbar
  • Xbox-Chefin Asha Sharma verantwortet die Entscheidung persönlich und räumt ein, dass Ultimate für zu viele Spieler zu teuer geworden war
  • Analysten sehen den Schritt als überfällige Korrektur - die Day-One-Strategie hatte nicht die erhoffte Wirkung auf Abonnentenzahlen und Konsolenverkäufe

Von 18 auf 27 und wieder zurück: Die Preisgeschichte des Game Pass in der Übersicht

Um zu verstehen, wie bedeutsam diese Kurskorrektur tatsächlich ist, lohnt ein kurzer Blick zurück. Vor der großen Abo-Umstrukturierung im Oktober 2024 kostete der Game Pass Ultimate noch 18 Euro pro Monat. Dann folgte eine umfassende Neuordnung: Preiserhöhungen, eine neue Zwischenstufe, Cloud Gaming wurde auf bestimmte Tiers verschoben - und am Ende zahlten Abonnenten im Ultimate-Tier satte 26,99 Euro. In weniger als anderthalb Jahren hatte sich der Preis für das Flaggschiff-Abo um fast 50 Prozent erhöht.

"Game Pass Ultimate has become too expensive for too many players." - Asha Sharma, Xbox-CEO, via X (April 2026)

Das ist ein ungewöhnlich klares Eingeständnis für ein Unternehmen der Größe Microsofts. Keine Relativierungen, keine Verweise auf gestiegene Entwicklungskosten. Sharma übernimmt die Verantwortung direkt und persönlich - ein Kommunikationsstil, der von ihrer Vorgänger-Ära bewusst abweicht.

Was die neuen Preise konkret für dich bedeuten

Rechnen wir es durch. Auf Jahresbasis sparst du mit dem neuen Ultimate-Preis 72 Euro gegenüber dem bisherigen Tarif. Das entspricht in etwa dem Preis eines mittelgroßen AA-Titels. Oder, um es im Kontext zu halten: deutlich mehr als eine einzelne Season Pass-Erweiterung. Der PC Game Pass kommt auf 12,99 Euro und ist damit für reine PC-Spieler nach wie vor die mit Abstand sinnvollere Wahl, sofern Cloud Gaming und Konsolenzugang keine Rolle spielen. Wer ausschließlich am PC zockt und kein Xbox-Gerät besitzt, hat im Ultimate-Tier ohnehin Funktionen mitbezahlt, die er nie genutzt hat. 

 

Die übrigen Stufen bleiben unangetastet. Wer das günstigste Standard-Tier nutzt, spürt von der Ankündigung nichts - weder positiv noch negativ.

Das Ende der Day-One-Garantie: Warum Call of Duty aus der Gleichung herausgelöst wird

Den ausführlichen Hintergrund zur CoD-Entscheidung findest du in unserem Artikel Call of Duty fliegt aus dem Game Pass: Microsoft bestätigt Ende des Day-One-Deals. An dieser Stelle nur das Wesentliche für den größeren Kontext: Zukünftige CoD-Ableger erscheinen erst zur Holiday Season nach dem eigentlichen Launch im Abo - also mit rund einem Jahr Verzögerung. 

 

Die Logik dahinter ist nachvollziehbar. Call of Duty ist eine Reihe, deren Kernpublikum den aktuellen Titel oft monatelang exklusiv spielt und wenig Interesse daran hat, die restliche Game-Pass-Bibliothek zu erkunden. Für hartgesottene CoD-Fans war das Abo-Modell nie sonderlich attraktiv - ein einziger Jahres-Kauf des Spiels für 80 Euro war in vielen Fällen günstiger als ein dauerhaftes Abonnement. 

 

Gleichzeitig finanzierten alle anderen Abonnenten die Entwicklungskosten eines Titels mit, der für sie möglicherweise null Relevanz hatte. Ob diese Rechnung für Microsoft am Ende aufgeht, ist eine andere Frage. Denn: Die Day-One-Verfügbarkeit von Call of Duty war das mit Abstand lauteste Versprechen, das Microsoft nach der Activision-Übernahme gegenüber Game-Pass-Abonnenten gemacht hatte. Es war das Zugpferd, das das Abo trotz Preiserhöhungen attraktiv halten sollte. Dieses Zugpferd verlässt jetzt die Box.

Was Branchenanalysten dazu sagen

Mat Piscatella von Circana, einer der meistzitierten Marktforscher der Spielebranche, bezeichnete die Änderung gegenüber GamesIndustry.biz als unvermeidlich und möglicherweise überfällig. Seiner Einschätzung nach war bereits früh erkennbar, dass die CoD-Integration weder die Konsolenabsätze noch die Abonnentenzahlen in dem Maß befeuert hatte, das Microsoft erhofft hatte. 

 

Piers Harding-Rolls von Ampere Analysis ergänzt, dass die kommerzielle Logik einer reinen Abo-Strategie für Titel dieser Größenordnung schlicht nicht funktioniert hat. Dabei bleibt unter Experten strittig, ob die Day-One-Veröffentlichungen von Black Ops 6 und dem aktuellen Ableger dem Gesamtumsatz aktiv geschadet haben - oder ob der Schaden eher darin bestand, dass die erhofften Wachstumseffekte ausblieben.

Für Abonnenten, die sowohl Game Pass Ultimate als auch jedes neue CoD am Launch spielen wollen: Die 72 Euro Jahresersparnis decken fast genau den Kaufpreis eines neuen Call-of-Duty-Titels. Mathematisch ist der Status quo damit kaum schlechter als zuvor.

Warum dieser Schritt mehr über Microsofts Game-Pass-Strategie verrät als jede Preisliste

Hinter der Zahlenmechanik steckt eine strukturelle Frage, die Microsoft seit der Activision-Übernahme vor sich herschiebt: Wie integriert man eine Marke, die auf Vollpreisverkäufen basiert und deren Umsatzmodell auf Mikrotransaktionen und Season Passes aufgebaut ist, sinnvoll in ein Abo-Modell? Call of Duty ist nicht Halo oder Forza. Die Reihe generiert einen erheblichen Teil ihres Umsatzes nach dem Kauf - durch Operator-Skins, Battle Passes, Weapon Bundles. 

 

Ein Game-Pass-Abonnent, der CoD kostenlos im Abo spielt, ist für diesen Mechanismus theoretisch genauso wertvoll wie ein Vollpreiskäufer. Praktisch zeigen die Zahlen, dass die Conversion Rate - also wie viele Free-im-Abo-Spieler echtes Geld für In-Game-Inhalte ausgeben - offenbar nicht die Erwartungen erfüllt hat. Das ist eine Hypothese, die durch die Entscheidung zumindest gestützt wird. Interessant ist auch der Zeitpunkt. 

 

Bereits in den vergangenen Wochen hatte Microsofts eigene Website Hinweise geliefert, dass sich bei der CoD-Game-Pass-Integration etwas ändern könnte - wie wir damals berichtet haben: Call of Duty 2026 könnte aus dem Game Pass fliegen - und Microsofts eigene Website liefert den Hinweis. Die Entscheidung kam also nicht vollständig aus dem Nichts. 

Sharma positioniert sich - und das ist kein Zufall

Dass Asha Sharma diese Entscheidung explizit als ihre eigene beansprucht, ist keine Kleinigkeit. Die neue Xbox-Chefin sendet damit ein klares Signal nach innen wie nach außen: Sie ist bereit, unpopuläre Kompromisse öffentlich (via X) zu vertreten, anstatt sie in Unternehmenskommunikation zu verpacken. Das mag zunächst wie eine Nebensächlichkeit wirken, aber in einem Konzern der Größe Microsofts ist die Fähigkeit, Fehler direkt anzusprechen, keine Selbstverständlichkeit. Ob Sharma damit auch das grundsätzliche Versprechen des Game Pass neu kalibriert - also die Idee, dass Microsofts größte Eigenproduktionen stets am Tag 1 verfügbar sind - bleibt vorerst offen. First-Party-Titel von Xbox Game Studios (Obsidian, The Initiative, Playground Games) folgen weiterhin dem Day-One-Modell. CoD ist explizit ausgenommen worden. 

Hier liegt eine Grenze, die Microsoft bisher nicht klar kommuniziert hat: Welche Titel sind für eine Day-One-Integration "zu groß"? Und wer zieht diese Grenze in Zukunft?

Parallelen zu anderen Abo-Modellen im Gaming

PlayStation Plus hat den umgekehrten Weg beschritten: Sony hat First-Party-Titel nie konsequent am Launch in sein Abo aufgenommen und dafür auch nie den Druck gespürt, es wieder zurückzunehmen. Nintendo Switch Online bleibt mit seinem retrozentrischen Angebot in einer eigenen Kategorie. Beide Modelle haben ihre Schwächen, aber keines von beiden musste innerhalb von 18 Monaten einen derart abrupten Kurswechsel vollziehen. Für dich als Spieler ist das durchaus eine relevante Beobachtung: Abo-Modelle im Gaming sind keine statischen Konstrukte. 

 

Was heute im Leistungsversprechen steht, kann morgen neu verhandelt werden. Das ist kein Vorwurf an Microsoft allein - es gilt für die gesamte Branche. Aber es ist ein guter Grund, Abo-Angebote regelmäßig neu zu bewerten, anstatt sie auf Autopilot laufen zu lassen. Übrigens, während Microsoft seinen Game Pass neu justiert, erweitert die Konkurrenz ihre eigenen Angebote: Auch andere Dienste versuchen gerade, ihre Bibliotheken mit exklusiven Inhalten attraktiver zu gestalten - zum Beispiel durch spezialisierte Pakete wie die neue Helldivers 2 "Exo Experts" Kriegsanleihe, die zeigt, wie Live-Service-Titel abseits klassischer Abomodelle Spieler langfristig binden.

 

Quelle: Xbox

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