Die 20-LUX-Lücke – ein klassischer Mobile-Game-Trick
Keine 48 Stunden nach Launch geriet Bungie in die Kritik. Der Grund: eine Preisgestaltung, die viele aus Free-to-Play-Spielen kennen – und in einem 40-Euro-Vollpreistitel nicht erwartet hatten.
Kurz & Knapp
- Das Problem: Runner-Skins kosten 1.120 LUX, das 10-Dollar-Bundle gibt nur 1.100
- Die Lösung: Bundle wird auf 1.120 LUX erhöht (1.000 + 120 Bonus)
- Entschädigung: 20 LUX pro bereits gekauftem Bundle werden nachträglich gutgeschrieben
- Weitere Änderungen: Bungie diskutiert intern zusätzliche Verbesserungen am Shop
- Erster Patch: Nächste Woche mit Gameplay-Fixes
Warum die Community sauer war
Das Prinzip ist simpel – und berüchtigt. Ein kosmetischer Gegenstand kostet exakt etwas mehr als das günstigste Währungspaket hergibt. Wer den Skin will, muss zwei Pakete kaufen. Die überschüssige Währung bleibt im Account und schafft einen psychologischen Anreiz, mehr zu kaufen.
In Marathon sah das so aus: Ein Runner-Skin kostet 1.120 LUX. Das 10-Dollar-Bundle (bzw. 8 Pfund/10 Euro regional) enthält 1.100 LUX. Die Differenz? Genau 20 LUX – zu wenig für irgendetwas, aber genug, um frustrierend zu sein.
Wer den Skin wollte, musste also das 10-Dollar- und das 5-Dollar-Bundle kaufen. Statt 10 Dollar wurden es 15.
Bungies Reaktion – schnell, aber nicht perfekt
Die Kritik kam sofort. In den Steam-Reviews tauchte der Punkt prominent auf, auf Reddit und X wurde die Preisgestaltung zerlegt. Bungie reagierte innerhalb von zwei Tagen:
"In the near future, we're making an adjustment to the amount of LUX you get for the $10 (or regional equivalent) LUX bundle to grant 1120 LUX (1000 + 120), up from 1100 LUX (1000 + 100)."
Das 10-Dollar-Bundle gibt künftig 1.120 statt 1.100 LUX. Der Bonus steigt von 100 auf 120. Damit reicht ein einzelnes Paket für einen Skin.
Wer vor der Änderung kaufte, bekommt 20 LUX pro Bundle nachträglich gutgeschrieben. Keine Rückerstattung, aber immerhin eine Geste.
"Discussing ways to improve"
Interessanter als die konkrete Korrektur ist Bungies weitergehende Aussage:
"We have seen the rest of your feedback about Marathon's purchasable cosmetics. We want to ensure that when you spend in Marathon you feel like you are getting great value and discussing ways to improve this experience."
Das klingt nach: Mehr Änderungen könnten folgen. Einen konkreten Zeitplan gibt es nicht, aber die Formulierung deutet an, dass intern über grundsätzlichere Anpassungen am Shop diskutiert wird.
Die faire Battle-Pass-Politik – keine ablaufenden Pässe, alte Seasons nachkaufbar, kein Pay-to-Win – zeigt, dass Bungie das Monetarisierungs-Thema durchaus differenziert betrachtet. Die LUX-Lücke war ein Ausrutscher, kein Systemfehler.
Weitere Fixes im ersten Patch
Parallel zur Shop-Anpassung kündigte Bungie den ersten Post-Launch-Patch für nächste Woche an. Die Preview:
| Änderung | Details |
|---|---|
| Objective Navigation | Marker erscheinen ab 20m statt 10m Entfernung |
| Med/Ammo-Spawns | Mehr Med Cabinets und Munitions Crates auf Perimeter |
| Sponsored Kits | Mehr Startmunition für MIDA, CyberAcme und Arachne |
Dazu wurden bereits behoben:
- Deluxe-Edition-Items sind jetzt für alle Käufer verfügbar
- LUX-Käufe werden schneller gutgeschrieben
- Server-Slam-Rewards wurden erneut verschickt
Die Weasel-Error-Codes werden weiterhin untersucht. Betroffene sollen sich im offiziellen Discord melden.
Der Imageschaden bleibt
Die schnelle Reaktion ist lobenswert. Aber der erste Eindruck zählt – und der war negativ. Die LUX-Lücke fütterte das Narrativ, dass Marathon nur ein weiteres gieriges Live-Service-Spiel sei. Zusammen mit dem Metacritic-Review-Bombing und den fallenden Spielerzahlen ergibt sich ein PR-Bild, das Bungie noch lange beschäftigen wird.
Die gute Nachricht: Bungie hört zu und handelt schnell. Die schlechte Nachricht: Das müssen sie auch, denn Arc Raiders wartet nicht.
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