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Von TYay0 in IT news
vor 2 Tagen (aktualisiert vor 2 Tagen)

RAM-Preisschock 2026: Warum dein nächster Gaming-Laptop langsamer sein wird als dein alter

Wir haben vor wenigen Wochen davor gewarnt, dass Hardware-Preise so volatil wie "Tagespreise für Hummer" werden. Jetzt liegen die konkreten Prognosen für das erste Quartal 2026 vor, und sie bestätigen das Worst-Case-Szenario. Doch das eigentliche Problem ist nicht nur der Preis – es ist die stille technische Abrüstung, die Hersteller nun betreiben, um ihre Margen zu retten. Wenn du dachtest, 16 GB RAM seien der Standard, musst du jetzt ganz genau hinschauen.
RAM-Preisschock 2026: Warum dein nächster Gaming-Laptop langsamer sein wird als dein alter

Kurz & Knapp

  • Preissprung: Experten erwarten für Q1 2026 einen Anstieg der PC-DRAM-Vertragspreise um satte 50 bis 60 Prozent.
  • Der 8-GB-Rückschritt: Um Kosten zu senken, verbauen Laptop-Hersteller wieder vermehrt nur 8 GB RAM – ein technisches Todesurteil für moderne Shooter.
  • BOM-Explosion: Der Kostenanteil des Arbeitsspeichers an einem PC verdoppelt sich 2026 auf bis zu 20 Prozent der Gesamtkosten.
  • Spotmarkt-Chaos: Da Hersteller wie Micron Lieferverträge mit kleineren Partnern kappen, müssen diese teuer am Tagesmarkt einkaufen.

Die 60-Prozent-Mauer: Zahlen, die wehtun

Erinnerst du dich an unseren Bericht über das Ende der Marke Crucial und die "Marktpreise" im Einzelhandel? Was damals wie Panikmache wirkte, wird nun durch harte Marktdaten untermauert.

 

Nachdem die Preise bereits im vierten Quartal 2025 um bis zu 43 Prozent geklettert sind, steht uns im aktuellen ersten Quartal 2026 ein weiterer Sprung von 50 bis 60 Prozent bevor. Das trifft nicht nur High-End-DDR5.

 

Selbst der alte DDR4-Standard, lange Zeit ein Cent-Artikel, verzeichnete Preissprünge von über 70 Prozent bei 8-GB-Chips. Der Grund ist simpel: Die Fertigungskapazitäten für DDR4 werden massiv zugunsten von Server-Speicher und HBM (für KI) abgebaut. DDR4 wird vom "Standard" zur "Rarität".

 

Der "8-GB-Trick": Geplante Obsoleszenz durch die Hintertür

Das vielleicht schmutzigste Geheimnis des Jahres 2026 liegt in der sogenannten "Bill of Materials" (BOM). Das ist die Liste der Einkaufspreise aller Komponenten eines Geräts.

 

Normalerweise machte der RAM etwa 5 bis 10 Prozent der Kosten eines Laptops aus. Durch die aktuelle Krise steigt dieser Anteil 2026 auf 15 bis 20 Prozent.

 

Die Reaktion der Hersteller (OEMs) ist fatal für Gamer: Um einen Gaming-Laptop weiterhin für 999 Euro oder 1.299 Euro anbieten zu können, wird an der Speichermenge gespart. Wir sehen eine Renaissance der 8-GB-Konfigurationen in der Mittelklasse.

Warum das für Shooter-Fans katastrophal ist:

Spiele wie Escape from Tarkov, das aktuelle Call of Duty oder Warzone belegen schon im Menü oft mehr als 10 GB. Mit 8 GB RAM zwingst du Windows dazu, permanent Daten auf die (langsamere) SSD auszulagern ("Swapping"). Das Ergebnis sind Ruckler, Frame-Drops und inkonsistente Frametimes – egal wie schnell deine GPU ist. Ein 8-GB-Laptop im Jahr 2026 ist Elektroschrott ab Werk.

 

Microns Selektion: Wer nicht wichtig ist, fliegt raus

Die Strategie von Micron, die wir bereits beim Aus der Marke Crucial analysiert haben, weitet sich auf den B2B-Sektor aus. Micron sortiert seine Kunden aus. "Wichtige" strategische Partner (Server, KI, Big Tech) bekommen Speicher. Kleinere PC-Hersteller und Systemintegratoren sehen ihre langfristigen Lieferverträge (LTAs) ausgesetzt oder gekürzt.

 

Die Folge: Diese kleineren Hersteller müssen ihren Speicher auf dem Spotmarkt kaufen. Das ist der "wilde Westen" des Speicherhandels, wo Tagespreise gelten. Diese Volatilität wird 1:1 an dich durchgereicht. Das erklärt, warum identische PC-Konfigurationen heute 100 Euro mehr kosten können als noch vor zwei Wochen.

 

Server > Gamer: Die neue Hackordnung

Es ist eine Frage der Profitabilität. Ein Wafer Silizium, der zu Server-DRAM verarbeitet wird, bringt Samsung oder SK Hynix deutlich mehr Gewinn als der gleiche Wafer, der zu Consumer-RAM wird.

 

Indikatoren für die Verhandlungen im Jahr 2027 zeigen bereits jetzt, dass die Hersteller ihre neu gewonnene Preismacht nicht abgeben werden. Die Zeiten, in denen Speicher ein Überflussgut war, das man "hinterhergeworfen" bekam, sind vorbei. Wenn du jetzt noch ein 32-GB-Kit zu einem halbwegs vernünftigen Preis siehst: Schlag zu. Das Warten auf sinkende Preise ist in diesem Marktumfeld eine Wette gegen die Bank – und die Bank (KI-Server) gewinnt gerade immer.

 

Das systemische Problem Diese Priorisierung von Großkapital gegenüber dem Endverbraucher ist kein Zufall, sondern Teil einer ökonomischen Verschiebung. Warum Investoren gar kein Interesse mehr daran haben, dass du günstige Hardware besitzt und wie Private Equity den Markt "enteignet", liest du in unserer Spezial-Analyse: 👉 Technofeudalismus und Hardware-Krise: Warum Private Equity den Personal Computer enteignet und dir bald nichts mehr gehört

Quelle: DRAMeXchange

Beitrag erstellt in IT

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