Gemini Nano landet ungefragt auf deiner Festplatte
4 GB groß: Chromes "weights.bin" ist Googles Gemini Nano KI-Modell, das lokal auf deinem Gerät läuft
Kein Opt-in: Das Modell wird ohne explizite Zustimmung heruntergeladen - und nach manueller Löschung automatisch neu installiert
Ausschalten möglich: Seit Februar 2026 kannst du das Modell in den Chrome-Einstellungen deaktivieren
Prüfen per URL: Mit chrome://on-device-internals siehst du, ob das Modell bereits bei dir installiert ist
Was Chrome da eigentlich treibt
Auf deiner Festplatte liegt, falls du Chrome nutzt, womöglich ein Ordner namens OptGuideOnDeviceModel unter C:\Users\[Dein Name]\AppData\Local\Google\Chrome\User Data. Darin steckt "weights.bin" - Googles Gemini Nano Modell, das Chrome für lokale KI-Features nutzt.
Der Gedanke dahinter ist tatsächlich nicht dumm: Statt deine Daten in die Cloud zu schicken, läuft die KI direkt bei dir. Das soll laut Google unter anderem Scam-Erkennung und Entwickler-APIs antreiben, ohne dass sensible Infos Google-Server erreichen.
Das Problem ist die Art der Umsetzung. Sicherheitsforscher Hanff bringt es auf den Punkt:
"Chrome does not surface it. If the user deletes it, Chrome re-downloads it."
Kein Hinweis, keine Nachfrage, keine einfach sichtbare Option zum Ablehnen - zumindest bis Google im Februar reagiert hat. Dass ein Browser eigenständig 4 GB auf den Rechner lädt und sich nach dem Löschen selbst wiederherstellt, fühlt sich für viele nach Bloatware an.
Was du jetzt tun kannst
Google hat inzwischen auf die Kritik reagiert. Ein Unternehmenssprecher bestätigte, dass das Modell sich bei wenig freiem Speicher automatisch deinstalliert - und dass man das Modell seit Februar aktiv in den Chrome-Einstellungen abschalten kann. Einmal deaktiviert, wird es weder neu heruntergeladen noch aktualisiert.
Damit das Modell überhaupt läuft, braucht dein System einiges: Windows 10/11 oder macOS 13+, mindestens 22 GB freien Speicher, sowie entweder eine GPU mit mehr als 4 GB VRAM oder mindestens 16 GB RAM mit vier CPU-Kernen. Auf schwächeren Systemen passiert also schlimmstenfalls nur ein nutzloser Download.
Für Gamer mit gut ausgestatteten Rigs, also ziemlich genau unsere Zielgruppe hier, erfüllen die meisten Systeme diese Anforderungen locker. Wer keine KI-Features in seinem Browser will, sollte die Einstellung also lieber aktiv ausschalten, bevor Chrome sich bei nächster Gelegenheit wieder bedient.
Hanff weist zudem darauf hin, dass auch Anthropics Claude Desktop App auf Systemen, auf denen sie installiert ist, eine Native-Messaging-Bridge in bis zu sieben Chromium-basierten Browsern hinterlässt - ohne Nachfrage. Das Muster zieht sich offenbar durch die gesamte Branche.
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