Xbox vor historischen Massenentlassungen: Studios zittern, Gewerkschaft schlägt Alarm
- Termin: Die Entlassungen sollen zum Ende des Microsoft-Geschäftsjahres am 30. Juni 2026 beginnen
- Ausmaß: Berichte sprechen von der potenziell größten Entlassungswelle in der Geschichte der Gaming-Branche
- Betroffene Studios: Auch Undead Labs - trotz laufender Entwicklung von State of Decay 3 - soll auf der Liste stehen
- Gewerkschaft aktiv: Unionisierte Xbox-Mitarbeiter kündigen Widerstand an und fordern faire Behandlung
Was gerade bei Xbox passiert - und warum es diesmal anders ist
Microsoft hat bereits damit begonnen, Verträge mit externen Dienstleistern und Drittanbietern zu kündigen. Das ist normalerweise ein klares Vorzeichen für das, was danach kommt: interne Kündigungen in großem Stil.
Laut mehreren Berichten sollen diesmal nicht nur einzelne Teams oder kleinere Studios betroffen sein. Die Rede ist von einem Schnitt, der die bisherigen Xbox-Entlassungswellen - darunter die rund 1.900 Stellen nach der Activision-Blizzard-Übernahme 2024 - in den Schatten stellen könnte.
Besonders brisant: Undead Labs, das Studio hinter der State of Decay-Reihe, soll trotz der aktiv in Entwicklung befindlichen Fortsetzung State of Decay 3 von Streichungen bedroht sein. Ein Spiel ist in Arbeit, das Studio könnte trotzdem schrumpfen oder schließen - das ist kein Widerspruch mehr, das ist Microsoft 2026.
Gewerkschaft meldet sich zu Wort
Mehrere Xbox-Mitarbeiter sind gewerkschaftlich organisiert, und die zuständige Gewerkschaft hat bereits vor den erwarteten Entlassungen eine klare Botschaft rausgeschickt. Xbox-Beschäftigte
"will not be treated as disposable"
- so die offizielle Formulierung gegenüber Video Games Chronicle.
Die Gewerkschaft kündigte an, die Bedingungen etwaiger Entlassungen aktiv zu bekämpfen und sicherzustellen, dass betroffene Mitarbeiter faire Abfindungen und ausreichend Vorlaufzeit erhalten. Ob das in der Praxis etwas bringt, hängt stark davon ab, wie viele der betroffenen Stellen unter den Tarifvertrag fallen.
Das ist insofern relevant, weil ein erheblicher Teil der Xbox-Belegschaft noch nicht gewerkschaftlich abgesichert ist. Besonders für Contractor und externe Dienstleister, deren Verträge bereits still und leise auslaufen, gibt es kaum Schutz.
Auf der übergeordneten Ebene stellt sich eine unbequeme Frage: Microsoft hat in den letzten Jahren massiv in Spielestudios investiert, zahlt aber offenbar gerade den Preis für einen Integrations- und Überkapazitätsprozess, den man so nie öffentlich kommuniziert hat. Die Übernahme von Activision Blizzard für fast 69 Milliarden Dollar war ein riesiger Einsatz - und die Rechnung kommt jetzt in Form von Jobs.
Für State of Decay 3 und andere betroffene Projekte bleibt die Frage offen, ob die Spiele trotz möglicher Einschnitte in ihrer geplanten Form erscheinen werden - oder ob Streichungen auch die Entwicklungspläne selbst beeinflussen. Konkrete Statements von Microsoft stehen bislang aus.