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RAM-Preiskrise: PC-Builder im Überlebensmodus - kein Ende in Sicht

Von TYay0 in PC Builds & Hardware news hardware ram
vor 21 Stunden (aktualisiert vor 21 Stunden)
RAM kostet teilweise viermal so viel wie noch vor einem Jahr - und das ist kein kurzfristiges Problem. Wer einen PC baut oder kaufen will, spürt das gerade direkt im Geldbeutel.
RAM-Preiskrise: PC-Builder im Überlebensmodus - kein Ende in Sicht

Die Memory-Krise trifft PC-Builder mit voller Wucht - und ein Ende ist nicht absehbar

  • RAM-Preise haben sich vervierfacht - ein Kit, das im Oktober 2025 noch 190 Dollar kostete, liegt heute bei über 900 Dollar

  • Haupttreiber ist die KI-Industrie, die massenhaft Speicher aufkauft und den Markt leerfegt

  • Custom-PC-Anbieter wie PowerGPU und Maingear sind laut eigenen Aussagen im "Überlebensmodus"

  • Analysten sehen frühestens 2028 eine Entspannung - Micron bestätigt, die Nachfrage übersteige das verfügbare Angebot "auf absehbare Zeit"

Vom schlechten Quartal zum Dauerproblem

Jese Martinez, Gründer des Custom-PC-Unternehmens PowerGPU, zieht einen direkten Vergleich zur GPU-Krise von 2020/21 - und der fällt düster aus. Damals trieben Cryptominer die Grafikkarten-Preise hoch, aber das Problem blieb auf GPUs beschränkt. Heute trifft es RAM, Storage und GPUs gleichzeitig.

Martinez berichtet, sein Unternehmen habe sich vorsorglich mit Speicher eingedeckt und sogar das Lager verkleinert, um Kosten zu sparen. Trotzdem: Im ersten Quartal 2026 brachen die Verkäufe ein. Die Kunden "wollen den Preis einfach nicht zahlen".

"We're pretty much in survival mode." - Jese Martinez, PowerGPU

Wallace Santos, CEO von Maingear, bringt über zwei Jahrzehnte Branchenerfahrung mit - und sagt, er habe so etwas noch nie erlebt. Kein Licht am Ende des Tunnels, mindestens für die nächsten zwei Jahre. Das ist kein Pessimismus, das ist seine nüchterne Einschätzung nach 20-plus Jahren im Geschäft.

Die Zahlen hinter seiner Aussage sind konkret: 190 Dollar für ein RAM-Kit im Oktober 2025, 840 Dollar im Dezember, über 900 Dollar heute. Diese Kostensteigerungen landen direkt beim Endkunden. Maingear verschickt sogar proaktive Nachrichten an Interessenten, bevor Preise wieder steigen.

"In the two plus decades I've been doing this, this is the first time where I'm seeing no light at the end of the tunnel." - Wallace Santos, Maingear

Santos warnt außerdem, dass Einstiegs-PCs bald nicht mehr für unter 1.000 Euro zu haben sein werden. Der künftige Einstiegspreis liegt laut ihm eher bei 1.500 Dollar. Das trifft besonders alle, die sich gerade ihren ersten Gaming-PC zusammenstellen wollen.

Was du jetzt tun kannst

Maingear hat eine ungewöhnliche Lösung eingeführt: Du schickst deinen eigenen RAM ein, die bauen ihn ein und stimmen ihn ab. Das senkt den Druck auf die eigene Lieferkette. Santos hofft, dass Konkurrenten nachziehen.

PowerGPU geht noch weiter: Für ein Budget um die 1.000 Dollar empfiehlt Martinez inzwischen, selbst zu bauen - oder eine Konsole zu kaufen. Eine Empfehlung, die von einem PC-Builder kommt, sagt eigentlich alles. Interessant: Noch in derselben Woche erhöhte Sony den PS5-Preis um 100 Dollar und den der PS5 Pro um 150 Dollar. Auch Valves Steam-Machine-Träume haben sich zuletzt an der Preisrealität gebrochen.

Minisforum, Hersteller von Mini-PCs, gibt sich etwas gelassener und nennt die Lage "zyklisch und temporär". Gleichzeitig rät auch Minisforum: Wer aufrüsten will, sollte es jetzt tun. Santos sagt es noch direkter.

"If you can afford to do it. Do it. Don't wait till tomorrow to build a PC." - Wallace Santos, Maingear

Der Elefant im Raum ist dabei KI. Niemand der Befragten macht der Technologie einen grundsätzlichen Vorwurf - Santos nennt sie sogar "life-changing". Aber es ist eben diese Technologie, die den Speichermarkt leerfrisst, während Nvidia zum ersten Fünf-Billionen-Dollar-Unternehmen der Welt aufsteigt. Wie teuer PC-Hardware der 3.000-Dollar-Klasse künftig sein wird, zeigt auch der Xbox-Project-Helix-Leak.

Am Ende steht eine wenig komfortable Wahrheit: Wer jetzt einen Gaming-PC plant, zahlt mehr als je zuvor - und das wird so schnell nicht besser. Analysten von Counterpoint Research rechnen nicht damit, dass sich die Preise noch 2027 normalisieren.

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