Subnautica 2: 5 Millionen Wishlists, Early Access am 14. Mai - und eine CEO-Posse mit ChatGPT
Subnautica 2: Der teuerste Early-Access-Launch der Saison - mit dem bizarrsten Weg dorthin
- Early Access startet am 14. Mai 2026 - Pre-Orders sind live
- Über 5 Millionen Wishlists auf Steam - aktuell das meistgewünschte Spiel der Plattform
- Unknown Worlds CEO Ted Gill sowie Gründer Charlie Cleveland und Max McGuire wurden im Juli 2025 von Krafton gefeuert - und per Gerichtsbeschluss wieder eingesetzt
- Krafton-CEO Changhan Kim konsultierte ChatGPT, um einen Weg zu finden, einen 250-Millionen-Dollar-Bonus nicht auszahlen zu müssen
- Richterin Lori Will urteilte gegen Krafton und verlängerte die Frist für den Bonus-Anspruch
Launch trotz allem - oder gerade deswegen
Subnautica 2 geht am 14. Mai 2026 in den Early Access auf Steam. Unknown Worlds hat heute Pre-Orders freigeschaltet und gleichzeitig die Marke von 5 Millionen Wishlists verkündet - ein Wert, den kaum ein Titel in dieser Phase erreicht.
Auf der Steam-Seite ist Krafton nicht mehr als Publisher gelistet. Eine rein kosmetische Änderung, wie ein Sprecher des Unternehmens bestätigte: Unknown Worlds bleibt eine Tochtergesellschaft, Krafton "unterstützt den Early-Access-Launch." Die Umbenennung dürfte aber kein Zufall sein.
Ted Gill, der wieder eingesetzte CEO von Unknown Worlds, war laut eigenen Aussagen nicht einmal vorab über das angekündigte Mai-Release-Fenster informiert worden. Krafton hatte die Veröffentlichung kommuniziert, bevor er wieder die Kontrolle übernehmen konnte. Er äußerte sich öffentlich unzufrieden darüber.
Hintergrund: 250 Millionen Dollar, eine Kündigung und ein Chatbot
Die Vorgeschichte beginnt mit der Akquisition von Unknown Worlds durch Krafton. Damals wurde ein sogenanntes Earn-Out vereinbart: Wenn Subnautica 2 bestimmte Verkaufsziele erreicht, erhalten die Gründer und das Führungsteam einen Bonus von insgesamt 250 Millionen Dollar, ein Teil davon für das gesamte Studio.
Im Juli 2025 wurden Ted Gill, Charlie Cleveland und Max McGuire plötzlich gefeuert. Die offizielle Begründung von Krafton: Das Spiel sei in einem so schlechten Zustand, dass eine verfrühte Veröffentlichung "irreparablen Schaden am gesamten IP-Franchise" anrichten würde. Kurz zuvor hatte PC Gamer noch eine Cover-Story zu Subnautica 2 geplant - das Spiel schien längst pressereif.
Im darauf folgenden Rechtsstreit kam heraus, dass Krafton-CEO Changhan Kim ChatGPT konsultiert hatte - explizit, um einen Ausweg aus dem Bonus-Vertrag zu finden. Zunächst bestritt Krafton das kategorisch. Dann legte eine Aussage vor Gericht das Gegenteil offen.
"So I talked to the legal team, the finance team, and the corporate team and the PR, all these various teams, and I also actually searched on ChatGPT to get faster answers to figure out what kind of rights we have." - Changhan Kim, Krafton-CEO, unter Eid
Kim schickte zudem einen ChatGPT-Link direkt an Kraftons Head of Corporate Development und zitierte die Antwort des Chatbots wortwörtlich: Das Tool habe ihm gesagt, es sei "schwierig, den Earn-Out zu kündigen." Daraufhin bezeichnete er den Vertrag als einen, "unter dem wir nur herumgeschleppt werden können."
Mehrere dieser ChatGPT-Konversationen wurden anschließend gelöscht. Kim begründete das damit, er habe verhindern wollen, dass OpenAI vertrauliche Firmendaten für Training nutzt. Richterin Lori Will zeigte sich davon wenig überzeugt.
Krafton änderte im Prozess mehrfach seine Argumentation: Erst war das Spiel nicht fertig, dann hätten die Entwickler ihre Jobs "aufgegeben" und vertrauliche Daten gestohlen. Will stellte klar, dass das Backup der Daten nach der Kündigung erfolgte - und damit kein Feuerungsgrund sein konnte, der zum Zeitpunkt der Entlassung bestand.
Was dieser Fall über die Branche sagt
Earn-Out-Klauseln sind in der Games-Industrie üblich, wenn Studios übernommen werden. Der Käufer will das Risiko absichern, der Verkäufer will an einem Erfolg teilhaben. Das Problem: Wenn das Spiel tatsächlich erfolgreich wird, entstehen genau diese Interessenkonflikte.
Krafton ist kein kleiner Publisher. Das koreanische Unternehmen steht hinter PUBG, betreibt ein globales Portfolio und hat öffentlich eine "AI-first"-Strategie ausgerufen. 70 Millionen Dollar sollen in GPU-Cluster fließen. Und ausgerechnet der CEO fragt einen kostenlosen Chatbot, wie er sich aus einem Vertrag herauswinden kann.
Das ist keine Kleinigkeit. Hier geht es um einen Vorstandsvorsitzenden eines börsennotierten Unternehmens, der eine Strategie zur Umgehung vertraglicher Verpflichtungen mit einem Consumer-KI-Tool entwickelt und dabei die entsprechenden Gespräche anschließend löscht. Dass Krafton das zunächst öffentlich bestritt und Kim dann unter Eid das Gegenteil aussagte, macht die Sache nicht besser. Aktionäre und Mitarbeiter von Unknown Worlds haben das Recht, das als das zu benennen, was es ist: ein gravierendes Führungsversagen.
Unknown Worlds steckt weiterhin in einer eigentümlichen Lage. Das Studio ist formal unabhängig genug, um eigene Entscheidungen zu treffen - aber letztlich bleibt Krafton der Eigentümer. Die Frage, ob der 250-Millionen-Bonus am Ende ausgezahlt wird, hängt direkt daran, wie gut Subnautica 2 verkauft. Mit 5 Millionen Wishlists und einer enormen Community-Erwartung sieht es nicht schlecht aus für Cleveland, McGuire und Gill.
Für die Spieler bedeutet der Start am 14. Mai zunächst eines: Early Access, kein fertiges Spiel. Wie weit das Spiel wirklich ist, wie das Feedback ausfällt und ob Unknown Worlds die Kontrolle über den Entwicklungsprozess behält, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
Quelle(n)
- PC Gamer: After Krafton denied its CEO consulted with ChatGPT - Krafton CEO says he consulted with ChatGPT
- WCCFTech: Subnautica 2 Storms Toward Early Access Launch With Over 5 Million Wishlists
Alter, 5 Millionen Wishlists ist ja krass! Das Spiel muss ja absolut der Hammer sein, wenn so viele Leute darauf warten. Aber diese CEO-Posse mit ChatGPT ist echt zum Lachen, da fragt man sich eher, ob der noch alle Tassen im Schrank hat.