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Sony schreibt 765 Millionen Dollar auf Bungie ab - Marathon verfehlt Erwartungen

Von TYay0 in Gaming marathon sony bungie
vor 27 Minuten (aktualisiert vor 15 Stunden)
Sonys Bungie-Übernahme für 3,6 Milliarden Dollar hat sich bislang nicht ausgezahlt. Im abgeschlossenen Geschäftsjahr musste Sony einen Abschreibungsverlust von rund 765 Millionen Dollar auf Bungie-Assets verbuchen.
Sony schreibt 765 Millionen Dollar auf Bungie ab - Marathon verfehlt Erwartungen

Sony schreibt Bungie-Assets in Milliardenhöhe ab - und hält trotzdem an Marathon fest

  • 765 Millionen Dollar Abschreibungsverlust auf Bungie-Assets im Geschäftsjahr bis März 2026
  • Marathon wurde mit einem Budget von über 250 Millionen Dollar entwickelt und verfehlte laut Analysten die Verkaufserwartungen
  • Sony-CFO Lin Tao bekräftigt: Man hält an Marathon fest und will die Nutzerbasis ausbauen
  • Metacritic-Score 82, über 90 Prozent positive Steam-Reviews - die Spieler, die da sind, mögen das Spiel

Wie tief der Graben wirklich ist

Sony kaufte Bungie Anfang 2022 für 3,6 Milliarden Dollar. Seitdem lief es nicht rund: Destiny 2 enttäuschte, und Marathon startete im März 2026 ohne den erhofften kommerziellen Durchbruch.

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres gab es bereits eine erste Abschreibung von rund 204 Millionen Dollar wegen Destiny 2. Im vierten Quartal folgte der deutlich härtere Schlag: weitere 565 Millionen Dollar, direkt im Zeitraum nach Marathons Launch.

Sony-CFO Lin Tao erklärte gegenüber Investoren:

"In our studio business, earnings from Bungie's title portfolio did not reach our expectations, so we downwardly revised our business plan and impaired the full amount of the fixed assets related to Bungie except for goodwill."

Goodwill - also der immaterielle Mehrwert der Übernahme - bleibt unangetastet. Alle anderen Bungie-Assets sind nach dieser Abschreibung auf null gesetzt. Das ist buchhalterisch bitter.

Das eigentliche Problem: Wer soll Marathon spielen?

Marathon hat kein Qualitätsproblem. Die Spieler, die reinbeißen, lieben es offensichtlich - 82 auf Metacritic, über 90 Prozent positive Steam-Reviews sind keine schlechten Zahlen.

Das Problem ist die Zugänglichkeit. Mit dem kürzlich gestarteten Cryo Archive hat Bungie sogar noch einmal nachgelegt: ein extrem anspruchsvolles Raid-ähnliches Erlebnis mit mehreren Zugangsvoraussetzungen, das Gelegenheitsspieler schlicht ausschließt.

Shroud, Ex-Profi und einer der einflussreichsten Shooter-Streamer überhaupt, brachte es auf den Punkt:

"Cryo Archive is insane. It's the most elaborate extraction shooter map I've ever seen in a game ever. The loop that they made is truly something special. The problem is, is it too elaborate? Is it too complex? Is it too much of a grind?"

Bungie steckt in einem klassischen Dilemma. Das Spiel einfacher machen riskiert, die aktive Community zu vergraulen. Free-to-play so kurz nach Launch wäre ein Schlag ins Gesicht aller Käufer. Und ob ein PvE-Modus oder eine Solo-Kampagne wirklich neue Spieler bringt, ist offen.

Sony signalisiert trotzdem Geduld. Tao verwies auf die starken Engagement-Metriken und kündigte weiteren Content sowie Gameplay-Verbesserungen an. Insgesamt lief das Gaming-Segment von Sony im abgeschlossenen Jahr nicht schlecht - der operative Gewinn stieg um 12 Prozent, die Umsätze blieben stabil. Bungie war der klare Ausreißer nach unten.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Sony einen stabilen operativen Gewinn - unter anderem wegen steigender Investitionen in eine nächste Plattformgeneration. Die PS6 wirft also offenbar ihre Schatten voraus.

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