Arc Raiders Expedition: Warum wir fast alle an der 5-Millionen-Hürde gescheitert sind
Das Experiment Speranza: Wenn die Freiheit zur Last wird
In einem Genre, das uns normalerweise mit gnadenlosen Zwangs-Wipes gängelt, ist der optionale Ansatz von Arc Raiders eigentlich ein Segen. Doch der erste Praxistest zeigt: Die psychologische Hürde, mühsam erspielte Fortschritte für vage Boni zu opfern, wurde durch ein undurchsichtiges Credit-System unnötig vergrößert.
Wer bis zuletzt gehofft hat, das Hard-Cap der Skillpunkte zu knacken, sah sich plötzlich mit einer ökonomischen Realität konfrontiert, die kaum Raum für echtes Gameplay ließ.
Kurz & Knapp
- Teilnehmer: Über eine Million Spieler nutzten den ersten optionalen Wipe.
- Scheitern: Knapp 60 % der Teilnehmer verfehlten das Ziel von 5 Millionen Credits.
- Fehler: Embark Studios räumt Versäumnisse bei der späten Kommunikation der Anforderungen ein.
- Zukunft: Die nächste Expedition startet in circa 40 Tagen mit überarbeiteten Zielen.
- Fokus: Künftige Resets sollen den Fokus von stumpfem Grind auf aktive Missionen verlagern.
Warum Effizienz den Spielspaß killte
Das größte Problem war nicht der Reset an sich, sondern die Art und Weise, wie wir zu Buchhaltern degradiert wurden. Da Embark die Information über die benötigten fünf Millionen Credits für das volle Paket an Bonus-Skillpunkten erst sehr spät veröffentlichte, brach in den letzten Wochen eine regelrechte Panik aus. Das führte dazu, dass viele ihr bestes Gear im Schrank verschimmeln ließen. Die sogenannte Gear Fear wurde systemisch erzwungen, da jeder Tod den Fortschritt um Stunden zurückwarf.
"Wir erkennen an, dass es nicht das fesselndste Erlebnis ist, nur dem Geld hinterherzujagen. Das entmutigt Spieler, ihre Ausrüstung tatsächlich zu benutzen – also genau das, worauf man sich am Ende eines Reset-Zyklus eigentlich freut." (Virgil Watkins, Design Director)
Diese Einsicht der Entwickler deckt sich mit meiner Erfahrung: Wer nicht 24/7 in Hochrisiko-Zonen unterwegs war, hatte kaum eine realistische Chance, die Summe rechtzeitig anzuhäufen. Dass am Ende nur etwa 35 bis 40 % der Expeditionsteilnehmer den vollen Bonus einsacken konnten, verdeutlicht die Schieflage zwischen Anspruch und Realität.
Der harte Weg zum Elite-Status
| Erreichte Stufe | Credit-Aufwand | Belohnung | Community-Anteil |
|---|---|---|---|
| Basis-Wipe | 0 - 1 Mio. | Kosmetik & XP-Boost | ca. 45 % |
| Lager-Ausbau | 2,5 Mio. | Mehr Stash-Slots | ca. 20 % |
| Elite-Bonus | 5 Mio. | Extra Skillpunkte | ca. 35 % |
Lektionen für die Zukunft: Was uns in 40 Tagen erwartet
Wenn du jetzt frustriert auf deinen Charakter blickst, weil du die fünf Millionen nicht geknackt hast, gibt es einen Lichtblick. Embark wertet derzeit Unmengen an Daten aus. Ziel für die nächste Phase, die laut Ingame-Timer in etwa sechs Wochen startet, ist mehr spielerische Varianz.
Das bedeutet konkret: Weg vom reinen Credit-Wert, hin zu missionsbasierten Fortschritten. Wir sollen künftig Meilensteine durch gezielte Aktionen in der Welt erreichen. Das könnte bedeuten, bestimmte Bosse zu legen oder Datenlaufwerke aus schwer bewachten Sperrgebieten zu extrahieren, statt nur stumpf jeden Kupferdraht zu versilbern. Dies rückt das Gameplay in der Postapokalypse wieder in den Mittelpunkt.
Die soziale Komponente: Werden wir abgehängt?
Eine Sorge, die viele umtreibt, ist die wachsende Kluft zwischen den Elite-Raidern mit ihren Bonus-Skillpunkten und dem Rest der Community. Hier muss Embark feinjustieren, damit Arc Raiders nicht in eine Zwei-Klassen-Gesellschaft abrutscht.
Da das Spiel ohnehin durch sein aggressionsbasiertes Matchmaking versucht, die Fairness zu wahren, dürfen die permanenten Boni zwar spürbar, aber nicht spielentscheidend sein.
Quelle: pcgamesn