Das Core Team liefert
Einen Tag nachdem ein Entwickler im Discord den "Reputational damage" als bereits angerichtet bezeichnete, meldet sich Wildlight mit konkreten Inhalten zurück. Neue Map, neues Gadget, neue Cosmetics – das verbliebene Team arbeitet offensichtlich weiter. Die Frage bleibt: Für wen?
Kurz & Knapp
- Neue Basis "Cloudreach": Ein Luftschiff-Hangar mit vertikalen Kampfzonen und taktischen Ventilationsschächten
- Neues Raid-Tool "Lockpick": Öffnet Türen und Fenster, sperrt Gegner temporär aus
- Store-Erweiterung: Trader Flynn bietet jetzt 7 statt 5 Items pro Woche
- Neue Cosmetics: "Moonbruin"-Mount und "Wayfinder"-Bundle-Serie
- Aktuelle Spielerzahlen: 738 Spieler auf Steam – unter 1% des Launch-Peaks
Was das Update bringt
Cloudreach heißt die neue Basis, und das Design klingt zumindest auf dem Papier durchdacht. Ein Luftschiff-Hangar der "Iron Vigil"-Fraktion, bei dem der Anchor Stone im Frachtraum eines angedockten Luftschiffs liegt. Verteidiger haben von oben freie Sicht zum Snipen, Angreifer müssen durch enge Generatorräume kämpfen.
Interessantes Detail: Über den Generatorgebäuden befinden sich Ventilationsschächte, durch die Verteidiger Granaten werfen können, um Angreifer nach einer Bombenplatzierung auszuräuchern. Das Layout ist bewusst "forward facing" mit nur drei Angriffspunkten – Front, links und rechts.
Bild: Raid-Tool "Lockpick"
Das neue Raid-Tool "Lockpick" ermöglicht taktische Türkontrolle: Spieler feuern Darts ab, die Türen und Fenster öffnen und temporär für das gegnerische Team sperren. Die lila Variante ("Warden's Lockpick") erzeugt zusätzlich ein Energiefeld, das Teamkollegen beschleunigt und Gegner verlangsamt, beschädigt und kurz markiert.
Der Store wächst – aber für wen?
Wildlight erweitert das Angebot bei Trader Flynn von fünf auf sieben Items pro Woche, inklusive Wiederholungen vergangener Angebote für Spieler, die etwas verpasst haben. Dazu kommt ein neues "Moonbruin"-Mount (in vier Varianten) und die "Wayfinder"-Bundle-Serie mit Iron-Vigil-Cosmetics.
Die Ironie liegt auf der Hand: Ein erweiterter Store setzt voraus, dass genügend Spieler existieren, die für kosmetische Items Geld ausgeben wollen. Bei aktuell 738 gleichzeitigen Spielern auf Steam – und das an einem Wochentag – dürfte die Zielgruppe für "Airship Crew"-Cosmetics überschaubar sein.
Die Zahlen erzählen eine andere Geschichte
Laut aktuellen Steam-Statistiken tummeln sich gerade einmal 738 Spieler in Highguard. Der Februar-Peak liegt bei 13.119 – bereits ein Bruchteil der 97.249 Spieler, die am 26. Januar zum Launch online waren.
Das entspricht einem Rückgang von über 99% seit Release.
Bild: Talfahrt bei den Spielerzahlen
Ein Content-Update kann theoretisch Spieler zurückbringen. Aber ohne funktionierende Website, ohne aktives Marketing und nach wochenlangen Negativschlagzeilen müsste der neue Content schon außergewöhnlich sein, um irgendeinen Effekt zu haben. Eine Map und ein Tool werden das kaum leisten.
Was noch kommt – angeblich
Das Team kündigt bereits den nächsten Patch an: Ein neuer Spielmodus mit Fokus auf das Raid-Erlebnis sowie Balance-Anpassungen für Waffen. Das klingt nach einem Studio, das weitermachen will. Ob die Ressourcen eines dezimierten Teams dafür ausreichen, bleibt abzuwarten.
Die Kommunikation erfolgt weiterhin ausschließlich über X und Discord. Die offizielle Website? Immer noch offline, immer noch "low priority". Der Reputationsschaden? "Already done", wie ein Entwickler gestern selbst einräumte.
Highguard ist nicht tot. Das verbliebene Team liefert Content. Aber zwischen "nicht tot" und "erfolgreich" liegt eine Kluft, die mit Luftschiff-Hangars und Cosmetic-Bundles kaum zu überbrücken ist.
Quellen
- Highguard (@PlayHighguard) – X/Twitter: Patch-Ankündigung
- BFcom – Highguard Steam Charts & Spielerzahlen