Rekordverlust, gestrichene Spiele, KI als Rettungsanker: Ubisoft legt die schlechtesten Zahlen seiner Geschichte vor
1,3 Milliarden Euro Nettoverlust im Geschäftsjahr 2025/26 - der höchste in der Unternehmensgeschichte
Net Bookings sanken um 17 Prozent auf 1,525 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr
Bis März 2029 sollen neue Teile von Assassin's Creed, Far Cry und Ghost Recon erscheinen
Generative KI soll in NPCs und Entwicklungstools integriert werden, um Qualität und Effizienz zu steigern
Wie tief der Fall wirklich war
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Gestrichene Projekte, teure Entwicklungsverzögerungen und ein massiver Stellenabbau haben Ubisoft im vergangenen Geschäftsjahr Milliarden gekostet. Der Verlag hat seine Aktivitäten auf weniger, dafür größere Projekte konzentriert - was kurzfristig brutal teuer ist.
Ein Großteil des Verlusts geht auf Abschreibungen und gestrichene Entwicklungskosten zurück. Spiele, die jahrelang in Entwicklung waren und dann eingestampft wurden, hinterlassen eben keine stillen Lücken in der Bilanz.
CEO Yves Guillemot hat öffentlich eingeräumt, dass die Qualitätslatte in der Vergangenheit zu niedrig lag.
"Wir müssen sicherstellen, dass jedes Spiel, das wir veröffentlichen, wirklich außergewöhnlich ist."
Klingt nach Standardphrase - aber Ubisoft hat seine Release-Pipeline inzwischen drastisch verschlankt, was darauf hindeutet, dass man es diesmal ernst meint.
KI-NPCs und was Ubisoft konkret plant
Interessant wird es beim Thema KI. Ubisoft setzt nicht nur auf generative KI als Entwicklungswerkzeug zur Kostensenkung, sondern will die Technologie direkt in Spielcharaktere integrieren. NPCs, die dynamisch auf Spieler reagieren und sich über Gesprächssituationen hinaus entwickeln, sind das erklärte Ziel.
Das ist keine Ankündigung ins Blaue hinein - Ubisoft forscht seit Jahren im Bereich KI-gestützter Spielfiguren, unter anderem mit dem intern entwickelten NEO NPC-System. Ob das in der Praxis über eine bessere Dialogzufälligkeit hinausgeht, bleibt abzuwarten.
Auf der Release-Seite hat Ubisoft bestätigt, dass vor April 2029 neue Hauptteile aller drei großen Franchises erscheinen sollen. Assassin's Creed, Far Cry und Ghost Recon - alle drei innerhalb von knapp drei Jahren. Das ist ein ambitionierter Zeitplan für ein Unternehmen, das gerade massiv umgebaut wird.
Für Shooter-Fans ist Ghost Recon dabei besonders interessant. Die Reihe stagniert seit Jahren, und ein Neustart unter dem neuen Qualitätsanspruch könnte entweder ein echter Befreiungsschlag werden - oder das nächste teure Beispiel dafür, was passiert, wenn Ubisoft zu viel auf einmal will.
Ob der Konzern den Turnaround schafft, hängt letztlich nicht von Geschäftsberichten ab, sondern davon, was 2027 und 2028 auf den Bildschirmen landet. Die nächsten zwei Jahre werden zeigen, ob der Neustart mehr war als Papier.
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