Was ist passiert?
- 155 GB unverschlüsselte Game-Dateien auf Steam verfügbar gemacht
- Fehler zehn Tage vor offiziellem Release (19. Mai)
- Vollständig spielbares Spiel - bereits Videos und Screenshots im Umlauf
- Ähnlicher Vorfall bei Death Stranding 2 im März
Das Desaster im Detail
Playground Games hat heute einen monumentalen Fehler begangen. Statt die Forza Horizon 6 Dateien verschlüsselt auf Steam hochzuladen - Standardprotokolll bei Preloads - landeten 155 Gigabyte an kompletten, ungeschützten Game-Dateien öffentlich zugänglich auf der Plattform.
Das Resultat ist erwartbar: Innerhalb von Stunden begannen Spieler, das komplette Spiel herunterzuladen. Auf CrackWatch und diversen Leak-Foren wurden sofort Screenshots und Gameplay-Videos geteilt. Ein Nutzer namens Aserann postete bereits Bilder von laufendem Gameplay auf Ultra-Settings mit Ray Tracing - das Spiel funktioniert.
Ein User fasste die Situation sarkastisch zusammen: "Piraten werden dieses Jahr verrückt. Das Spiel startet offiziell in acht Tagen."
Die Community reagiert mit einer Mischung aus Ungläubigkeit und Galgenhumor.
Wie konnte das passieren?
Die genaue Ursache ist unklar. Entweder uploadete Playground Games die Dateien selbst ohne Verschlüsselung, oder - weniger wahrscheinlich - ein Review-Code oder Zugangsdaten wurden geleakt und weitergegeben. Vollständig ist nur: Das Sicherheitsprotokoll ist an der schwächsten Stelle gescheitert - dem menschlichen Faktor.
Das ist nicht neu. Im März passierte das gleiche mit Death Stranding 2, als 113 GB ungecrypt auf Steam landeten. Der Unterschied: Death Stranding 2 lag nur wenige Tage vor Release. Bei Forza Horizon 6 ist die Fenster deutlich größer.
Playground Games hat sich bislang nicht geäußert. Valve auch nicht. Das ist das Interessante: Es ist völlig unklar, wer technisch "schuld" trägt und ob es überhaupt Konsequenzen geben wird.
Was passiert jetzt?
Das Spiel wird von Tausenden torrentet und gezockt. Manche User berichten von Tech-Problemen wie DLSS-Ghosting, doch grundsätzlich läuft der Build stabil. Mehrere Nutzer haben bereits erfolgreich gespielt - die Microsoft-Account-Anforderung funktioniert, Online-Features sind noch offline (logisch, Server sind nicht live).
Die Frage nach Account-Bans wird heiß diskutiert. Die ehrliche Antwort: Niemand weiß es. Microsoft könnte theoretisch Accounts sperren, die mit gecrackt-gespieltem Build connecten, muss es aber nicht. Bei früheren Leaks (Forza Horizon 4 und 5) gab es sporadische Bans, aber nicht flächendeckend.
Ein User fragte, ob man Savegames vom Leak ins legitime Spiel mitnehmen kann. Die Antwort der Community war einstimmig: "Zu riskant für einen permanenten Ban." Spieler, die das Spiel später kaufen möchten, müssen das Risiko selbst einschätzen.
Für Playground Games ist das eine PR-Katastrophe. Das Spiel sollte komplett neu sein - stattdessen haben Zehntausende kostenlosen Zugang zehn Tage vor Launch. Der Marketing-Schaden ist real.
Quelle(n)
Krass, was für ein Mega-Fail von Playground Games, aber irgendwie auch nicht überraschend...
Das ist natürlich unprofessionell, aber ehrlich gesagt warte ich eh auf den ersten Preisrutsch. Wenn das Spiel jetzt schon überall ist, wird Playground Games den Launch-Preis wahrscheinlich schneller senken müssen als geplant. Für mich persönlich ist das sogar ganz praktisch, weil ich dann in zwei Wochen vielleicht schon mit 20-30 Prozent Rabatt zuschlagen kann statt zum vollen Preis.
Interessanterweise offenbart dieser Vorfall weniger einen technischen Fehler als vielmehr ein grundsätzliches Problem der AAA-Industrie: Sie verlässt sich so sehr auf DRM und künstliche Knappheit, dass sie vergessen hat, dass echte Qualität sich selbst verkauft, während Indie-Entwickler längst verstanden haben, dass Vertrauen in die Community mehr wert ist als jede Verschlüsselung.
Alter, das ist ja heftig. Ich mein, ich bin ja nicht der größte Forza-Fan, aber 155 GB komplett unverschlüsselt zehn Tage vor Release zu droppen ist schon eine absolute Schande für so ein großes Studio. Hoffentlich lernen die endlich mal, ihre Builds ordentlich zu sichern, weil solche Schnitzer sind einfach nur peinlich für die ganze Branche.
Naja, sowas passiert halt mal, aber 155 GB unverschlüsselt zehn Tage vor Release ist schon heftig. Das ist einfach unprofessionell für ein Studio dieser Größe.
Mich interessiert eher, ob das Spiel am Ende auch wirklich gut ist und ob ich es in den paar Stunden pro Woche, die ich habe, sinnvoll spielen kann, als ob es jetzt schon illegal gezockt wird.
Das ist wirklich ein katastrophaler Security-Fail für ein Studio dieser Größe, besonders zehn Tage vor Launch. Ich habe ähnliche Probleme bereits in älteren Threads hier auf bfcom diskutiert, und es zeigt einfach, dass selbst bei AAA-Publishern die grundlegenden Build-Management-Prozesse nicht stimmen.