Take-Two-CEO packt aus: "Die großen Tech-Konzerne haben nicht die Wahrheit gesagt"
Strauss Zelnick (Take-Two CEO) bezeichnet KI-Begründungen für Massenentlassungen als unwahr
Laut ihm haben Tech-Firmen während der Pandemie hemmungslos übereingestellt und danach die Rechnung präsentiert
Zelnick sieht KI nicht als Job-Killer, sondern als Werkzeug, das Menschen beim Schaffen unterstützt
Er lehnt KI-generierte Spiele klar ab: echte Kreativität kommt weiterhin vom Menschen
Overhiring in der Pandemie - und KI musste als Sündenbock herhalten
In einem Interview mit GamesIndustry.biz hat Zelnick kein Blatt vor den Mund genommen. "Die großen Tech-Konzerne, die Tausende entlassen und behauptet haben, es liege an KI, haben nicht die Wahrheit gesagt", so der Take-Two-Chef wörtlich.
Seine Erklärung ist simpel und knallhart zugleich. Die Firmen haben in der Pandemie massiv und unüberlegt eingestellt, um den explodierenden Bedarf zu bedienen. Als der Markt sich normalisierte, folgte die unvermeidliche Korrektur.
"It was because they overhired in the pandemic and they were sloppy about it and they haven't addressed their headcount issues."
Das trifft einen wunden Punkt. Viele Konzerne haben öffentlich KI als Begründung für Stellenabbau ins Feld geführt, obwohl die Zahlen schon lange nicht mehr gestimmt haben. Zelnick nennt das, was es ist: eine bequeme Ausrede.
Kein Knopf, der gute Spiele macht
Zelnick benutzt bewusst den Begriff "Technologie" statt "KI", weil letzterer je nach Gesprächspartner völlig unterschiedliche Bilder erzeugt. Technologie, so sein Argument, ist ein Enabler - kein Ersatz für menschliche Kreativität.
"For those who believe you'll press a button and make a competitive game, good luck. Technology doesn't create. Technology enables human beings to create", sagt er. Das richtet sich direkt gegen Stimmen wie Elon Musk, der bereits behauptet hat, generative KI könnte GTA 6 vor Rockstar fertigstellen.
Zelnick hat Musk dafür öffentlich aufgezogen und gesagt, wenn KI irgendjemanden ersetzen sollte, dann Musk selbst. Mit dieser Aussage steht der Take-Two-Chef in einer klaren Linie: KI als Produktivitätswerkzeug ja, KI als kreativer Ersatz für Entwickler nein.
Für die Spielebranche ist das eine relevante Positionierung. Gerade im Kontext von Debatten um prozedurale Inhalte, automatisiertes QA oder KI-generierte Dialoge zieht Zelnick eine scharfe Grenze: Handwerk und menschliche Vision bleiben der Kern, Technologie darf lediglich dabei helfen, effizienter zu arbeiten.
Ob andere Publisher dieser Linie folgen oder weiterhin KI als Begründung für Stellenabbau nutzen, bleibt abzuwarten. Zelnick hat zumindest laut ausgesprochen, was in der Branche viele denken, aber selten sagen.
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