Windows 11 KB5089549 schickt PCs in die Reboot-Schleife
Betroffen: Systeme mit zu kleiner EFI System Partition (ESP), häufig nur 100 MB
Symptome: Installation bricht bei 35-36% ab, Fehlermeldung oder endlose Neustarts
Besonders gefährdet: Dual-Boot-Systeme mit Linux und PCs nach OEM-Firmware-Updates
Lösung: Microsoft hat einen automatischen Fix deployed, der nach mehreren Neustarts greift
Was genau schiefgelaufen ist
Das kumulative Sicherheitsupdate KB5089549 wurde automatisch über Windows Update verteilt - und hat dabei auf bestimmten Systemen gründlich versagt. Die Installation blieb bei rund 35 bis 36 Prozent hängen, bevor Windows den Rollback einleitete und die Meldung "Not proceeding as planned, reversing changes" ausspuckte.
Schlimmer erwischt hat es Nutzer, bei denen das System danach nicht mehr normal hochfuhr. Statt Desktop: endlose Neustartschleife. Der dabei angezeigte Fehlercode lautet 0x800f0922.
Die Ursache ist schnell erklärt: Die EFI System Partition war zu voll. Diese versteckte Partition auf dem Laufwerk enthält die Bootloader-Dateien und alles, was Windows zum Starten braucht. Viele ältere Systeme kommen mit gerade mal 100 MB für diese Partition - eine Größe, die damals ausreichte, aber heute unter Druck gerät.
Dual-Boot-Nutzer und OEM-Firmware als Risikofaktoren
Wer neben Windows auch Linux auf dem gleichen Rechner betreibt, ist besonders anfällig. Beide Systeme teilen sich die Boot-Partition, und Linux legt dort eigene Einträge und Dateien ab. Irgendwann ist der Platz schlicht weg.
Aber auch Single-Boot-Systeme können betroffen sein. Manche Hersteller schieben mit ihren Firmware-Updates größere Dateien in die ESP, ohne dass Nutzer das mitbekommen. Summa summarum: Der verfügbare Platz schrumpft schleichend, und ein Update wie KB5089549 bringt das Fass zum Überlaufen.
Das ist kein neues Problem - es ist ein strukturelles. Die EFI-Partition wurde vor Jahren dimensioniert, als Windows-Updates und Firmware-Payloads noch deutlich schlanker waren. Microsoft hat bereits früher Windows-11-Altlasten einräumen müssen, und auch diesmal steckt ein veraltetes Fundament dahinter.
Microsoft gibt an, einen automatischen Reparatur-Fix bereits ausgerollt zu haben. Consumer-PCs und nicht verwaltete Business-Geräte sollen das Update nach einigen Neustarts ohne manuellen Eingriff erfolgreich installieren können. Ein manuelles Neupartitionieren der ESP sei für die meisten Nutzer nicht nötig.
Wer bereits in der Reboot-Schleife feststeckt, muss allerdings aktiv werden: Microsoft empfiehlt, die Windows Recovery Environment aufzurufen und dort den Reparaturprozess anzustoßen. Die überarbeitete Version von KB5089549 soll das ESP-Problem künftig nicht mehr auslösen.
Dass ein Pflicht-Sicherheitsupdate überhaupt Systeme in unbootbaren Zustand versetzen kann, ist ärgerlich - vor allem, weil Windows Update keine Opt-out-Option für solche Updates bietet. Wer gerade noch ein Dual-Boot-System am Laufen hat und das Update noch nicht gezogen hat, sollte vorher prüfen, wie viel Platz auf der ESP noch frei ist. Microsoft und potenzielle Risiken, die man zunächst kleinredet - das Muster kennen wir mittlerweile.
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