DDR5-Preise: Ex-Samsung-Manager sieht Entspannung frühestens ab H2 2027
DDR5-Markt: Chinesische Kapazitäten als einziger Rettungsanker - aber mit Bedingungen
Mögliche Preissenkung: Frühestens H2 2027
Treiber: Chinesische DRAM-Kapazitäten, primär CXMT
Projizierte Kapazität: ~6 Millionen Wafer pro Monat (H2 2027)
Bisheriger Preisanstieg: Bis zu über 400 % bei DDR5
Kurzfristige Lage: Keine Entspannung bis Jahresende 2026
Warum DDR5 so teuer bleibt
Die Wurzel des Problems liegt in der HBM-Nachfrage aus dem KI-Sektor. Rechenzentren saugen verfügbare DRAM-Kapazitäten auf, und die großen Hersteller verlagern Produktionsressourcen dorthin, wo die Margen stimmen. Das drückt das Angebot klassischer DDR5-Module für den Retail-Markt.
Laut Kyung konzentriert sich die mögliche Gegenbewegung auf Changxin Memory Technologies (CXMT) als wichtigsten Akteur, flankiert von Herstellern wie Jiahe Jinwei. Die Marktforscher, auf die Kyung verweist, kalkulieren für H2 2027 mit einer kombinierten chinesischen Produktionskapazität von rund sechs Millionen Wafern pro Monat.
Das klingt nach viel, ist aber kein Automatismus. Kyung warnt ausdrücklich: Sollten große Tech-Konzerne ihre KI-Investitionen drosseln, weil die Renditen enttäuschen, können auch die Ausbau-Pläne chinesischer Hersteller schnell kleiner ausfallen.
Kyung Kye-hyun laut Seoul Economic Daily: Speicherpreise könnten ab der zweiten Jahreshälfte 2027 fallen, sofern chinesische Hersteller ihre Investitionen erfolgreich in zusätzliche DRAM-Produktion umsetzen.
Einordnung für den PC-Selbstbauer
Für alle, die gerade einen Neubau oder ein Plattform-Upgrade auf AM5 oder LGA1851 planen, ist die Botschaft klar: Kurzfristige Entlastung kommt nicht. Trendforce meldete zwar Ende März Korrekturen bei DDR5-Retail-Preisen in einzelnen Regionen, die Vertragspreise der Hersteller blieben dabei aber stabil - was zeigt, wie wenig der Retail-Markt gerade vom Großhandel abweicht.
Counterpoint Research schließt laut Heise für H2 2026 ein Szenario mit deutlicher Preiskorrektur grundsätzlich aus, solange die Hyperscaler-Nachfrage auf hohem Niveau bleibt. Die von 3DCenter dokumentierten deutschen Handelsdaten zeigen zwar Schwankungen, aber keinen nachhaltigen Abwärtstrend.
Zusätzlich belasten Streiks in Samsungs südkoreanischen Werken die Planbarkeit auf der Angebotsseite. CXMT und YMTC haben im Februar signalisiert, Kapazitäten zu erhöhen - aber ohne aggressive Niedrigpreispolitik, die den Markt wirklich aufbrechen würde. Die chinesischen Hersteller haben kein Interesse daran, sich selbst in eine Überproduktionskrise zu manövrieren.
Wer jetzt kaufen muss, kauft zu den aktuellen Preisen. Wer warten kann, hat frühestens ab Mitte 2027 realistische Chancen auf ein günstigeres DDR5-Kit - und auch das nur, wenn mehrere Variablen gleichzeitig in die richtige Richtung laufen.
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